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Thromboembolien
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Fokus auf Frauen und jüngere Personen

Bei Stichworten wie Thrombose oder Thromboembolie denkt man meist an ältere Patienten. Doch auch junge Menschen können erkranken. Thromboembolische Erkrankungen gehören zu den wichtigsten internistischen Notfällen.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 30.11.2025  08:00 Uhr

Pharmakologische Therapie und Prophylaxe

Für die Prognose sind die schnelle Diagnosestellung und Einleitung einer adäquaten Therapie, zum Beispiel Thrombolyse, Thrombektomie und Antikoagulation, entscheidend. Daher ist es für die Beratung wichtig, die Warnzeichen und Risikokonstellationen zu kennen. Das Apothekenteam kann die Patienten für mögliche Symptome sensibilisieren und im Verdachtsfall auf die Notwendigkeit einer sofortigen ärztlichen Abklärung hinweisen.

Die Therapie und Rezidivprophylaxe richten sich nach Leitlinienempfehlungen (1, 3). Die Initialphase der Therapie dauert 5 bis 21 Tage; daran schließt sich die Erhaltungstherapie über drei bis sechs Monate an. Nach sechs Monaten beginnt die Sekundärprophylaxe, die je nach Nutzen-Risiko-Bewertung langfristig fortgeführt wird.

Unfraktionierte sowie niedermolekulare Heparine (NMH) gelten als Standard in der Initialtherapie. Parallel und zur weiteren Prophylaxe nach der Therapiephase sind die direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) die Mittel der Wahl (Tabelle 2). Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban und Dabigatran haben sich in randomisierten Studien als mindestens gleichwertig oder überlegen gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) erwiesen (2). VKA spielen in der Primärtherapie keine Rolle mehr und höchstens eine untergeordnete Rolle in der Prävention von thromboembolischen Ereignissen.

Dabigatran ist ein Thrombinhemmer, während Rivaroxaban, Apixaban und Edoxaban den Faktor Xa hemmen. In der Wirksamkeit unterscheiden sie sich nicht. Die Vorteile gegenüber Vitamin-K-Antagonisten: Es ist keine routinemäßige INR-Kontrolle notwendig, es gibt weniger Nahrungsmittelinteraktionen und die Wirkung tritt deutlich schneller ein. Im Mittel tritt die Wirkung nach zwei bis vier Stunden ein; die Halbwertszeit liegt bei 8 bis 15 Stunden. Das ist ein Vorteil, falls eine Therapieunterbrechung oder OP notwendig ist.

Wirkstoff Dosierung (Standard) mg/d Elimination Besonderheiten
Apixaban 2×5 hepatisch, renal gute Verträglichkeit, weniger GI-Blutungen
Rivaroxaban 1×20 hepatisch, renal Einnahme mit einer Mahlzeit empfohlen
Edoxaban 1×60 etwa 50 Prozent renal Nierenfunktion beachten
Dabigatran 2×150 vor allem renal Kapseln nicht öffnen, Nierenfunktion beachten
Tabelle 2: Vergleich direkter oraler Antikoagulanzien (DOAK)

Nebenwirkungen sind oft Blutungen (nasal, gastrointestinal, urogenital, Haut), weshalb eine exakte Dosierung und Therapietreue wichtig sind. Bei Dabigatran wird häufig auch über Dyspepsie berichtet. Selten sind Leberfunktionsstörungen und allergische Reaktionen; sehr selten sind intrakranielle Blutungen, die aber lebensbedrohlich sein können.

Zu beachten: Dabigatran ist ab einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min kontraindiziert. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion liegt ein erhöhtes Blutungsrisiko vor. Allerdings kommt eine Niereninsuffizienz selten bei jüngeren Erwachsenen vor.

Typische pharmakokinetische Interaktionen entstehen durch P-Glykoprotein-Inhibitoren wie Verapamil, Amiodaron oder Ketoconazol. Dadurch steigt der Plasmaspiegel des DOAK an. P-Glykoprotein-Induktoren wie Rifampicin oder Johanniskraut schwächen die Wirkung ab.

Nur für die Faktor-Xa-Hemmer ist die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Inhibitoren, zum Beispiel Clarithromycin und Itraconazol, relevant, da dies zu einer Wirkungsverstärkung führt und mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergeht. CYP3A4-Induktoren, zum Beispiel Carbamazepin und Phenytoin, verringern die Wirkung der DOAK. Pharmakodynamisch interagieren NSAR, ASS und weitere Thrombozytenaggregationshemmer mit den DOAK und erhöhen das Blutungsrisiko.

Die vier DOAK unterscheiden sich geringfügig in ihrem Zulassungsspektrum (Tabelle 3).

Indikation VTE-Prophylaxe (Tagesdosis) Akute VTE-Therapie (Tagesdosis) VTE-Sekundär­prävention Schlaganfallprophylaxe ACS-Sekundär­prävention
Rivaroxaban 1×10 mg 2×15 mg für 21 d 1×20 mg ab Tag 22 1×20 mg 2×2,5 mg plus Plättchen­hemmung
Edoxaban 1×60 mg plus NMH 1×60 mg 1×60 mg
Apixaban 2×2,5 mg 2×10 mg für 7 d, dann 2×5 mg 2×5 mg für 6 Monate, danach 2×2,5 mg 2×5 mg
Dabigatran 2×220 mg nach NMH:
2×150 mg
2×150 mg 2×150 mg
Tabelle 3: Dosierung nach zugelassener Indikation; ACS: akutes Koronarsyndrom, d: Tage, NMH: niedermolekulares Heparin

Bei einer Therapie mit Apixaban oder Rivaroxaban empfiehlt die S2k-Leitlinie (1), in der Initialphase höhere Dosierungen (Apixaban 2×10 mg/Tag für sieben Tage oder Rivaroxaban 2×15 mg/Tag für 21 Tage) einzusetzen. Anschließend wird auf die Standarddosierung für die Erhaltungstherapie umgestellt (Tabelle 2).

Bei einer Therapie mit Dabigatran oder Edoxaban soll der Erhaltungstherapie eine Initialphase mit einem parenteralen Antikoagulans, zum Beispiel NMH oder Fondaparinux) in therapeutischer Dosierung über mindestens fünf Tage vorausgehen (doppelte Antikoagulation).

In Schwangerschaft und Stillzeit ist Heparin, meist NMH, weiterhin das Mittel der Wahl.

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