Die postpartale Phase ist eine natürliche hyperkoaguable Phase (siehe auch Titelbeitrag in PZ 24/2025). Sie ist charakterisiert durch
In der Zeit nach der Entbindung, im sogenannten Wochenbett, ist die Gerinnbarkeit des Blutes natürlicherweise erhöht. / © Adobe Stock/xreflex
Diese Konstellation erfüllt ebenfalls die Virchow-Trias und erklärt das bis zu 20-fach erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien im Vergleich zur nicht schwangeren Frau. Das Risiko ist in den ersten sechs Wochen nach der Geburt am höchsten. Daher ist es in der Apotheke wichtig, die Frauen über die typischen Symptome zu informieren, ohne sie zu verunsichern. Denn je früher eine Thrombose erkannt wird, desto besser sind die Chancen der erfolgreichen Behandlung.
Mehrere Faktoren verstärken die Risiken im Wochenbett zusätzlich:
Die häufigste Form einer Thrombose nach der Geburt ist die tiefe Beinvenenthrombose. Eine gute Prophylaxe sind die frühzeitige Mobilisation post partum und Kompressionsstrümpfe, die vor allem bei einer Varikosis oder bei längerem Liegen nach einem Kaiserschnitt wichtig sind. Zusätzlich ist auf die ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Bei erhöhtem Risiko wird eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin (NMH) empfohlen, zum Beispiel Enoxaparin oder Dalteparin, meist für 10 bis 14 Tage post partum. Bei Hochrisikopatientinnen wird die Gabe der NMH auf bis zu sechs Wochen verlängert.
Die Frau kann auf jeden Fall stillen, da NMH aufgrund ihrer Molekülgröße nicht in die Muttermilch übertreten. Orale Antikoagulanzien (DOAK) sind kontraindiziert in der Stillzeit.
Da die Frauen das Heparin häufig selbst applizieren (müssen), sind die Erklärung der korrekten Injektionstechnik und eventuelles Üben mit Testspritzen und »Schwamm« in der Apotheke hilfreich. Das Heparin wird einmal täglich zur gleichen Uhrzeit subkutan angewendet. Ebenso gehört es zur Beratung, nach der weiteren Medikation zu fragen, da es potenzielle Wechselwirkungen mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), Acetylsalicylsäure und pflanzlichen Antikoagulanzien wie Ginkgo oder Knoblauchpräparaten gibt.

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Die Risikofaktoren Immobilisation, Bewegungsmangel und extreme Hitze lassen sich gut anhand der Virchow-Trias erklären.
Bei langem Sitzen mit gebeugten Beinen wird der venöse Rückstrom behindert. Besonders in den tiefen Venen der unteren Extremitäten kommt es zu einer venösen Stase. Die Muskelpumpe der Waden, die normalerweise den venösen Rückfluss unterstützt, ist inaktiv. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Thromben bilden.
Eine dauerhafte Druckbelastung auf die Beinvenen, zum Beispiel durch die Sitzkante, kann zu mikroskopischen Endothelschäden führen. Auch eine durch Hypoxie bedingte Dysfunktion des Endothels kann auftreten, besonders bei niedrigem Kabinendruck im Flugzeug. Ein geschädigtes Endothel wiederum exprimiert prothrombotische Faktoren.
Langstreckenreisen und extreme Hitze sind oft mit Dehydratation verbunden, zum Beispiel durch trockene Kabinenluft im Flugzeug und geringe Flüssigkeitsaufnahme. Eine verminderte Plasmavolumenfraktion erhöht die Blutviskosität.