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Primärversorgung
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»Es geht nur gemeinsam«

Das deutsche Gesundheitssystem ächzt unter dem Druck des demografischen Wandels. Die Bundesregierung plant daher ein Primärversorgungssystem, das die Patientensteuerung verbessern soll. Beim Deutschen Apothekertag (DAT) wurde deutlich, dass ein solches System nicht auf die Apotheken verzichten kann.
AutorKontaktPZ
Datum 16.09.2026  17:30 Uhr
Keine doppelten Strukturen, keine Überversorgung

Keine doppelten Strukturen, keine Überversorgung

Die Apotheken könnten außerdem in der Prävention eine bedeutende Rolle spielen. Man müsse jedoch aufpassen, dass keine teuren Doppelstrukturen entstehen und nur evidenzbasierte Leistungen angeboten werden, damit es nicht zu einer unnötigen Überversorgung kommt.

Da sieht ABDA-Präsident Thomas Preis keine Gefahr. »Wir brauchen keine doppelten Leistungen und Strukturen, das ist eine Sache der Dokumentation.« Als Beispiel brachte er das Impfen an, was die Apotheker natürlich im Impfpass (und in Zukunft in der elektronischen Patientenakte) dokumentieren. So sieht jeder Arzt, dass der Patient hier schon versorgt ist.

Zur Selbsthilfe ertüchtigen

Thomas Preis betonte, dass viele leichte Erkrankungen keinen Arztbesuch erfordern. Daher sollten die Apotheken die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und sie in bestimmten Fällen zur Selbstbehandlung ertüchtigen. »Man muss den Menschen erklären, dass sie etwas mehr Verantwortung übernehmen müssen, damit wir das sozialfinanzierte Gesundheitssystem erhalten können«, so der ABDA-Präsident.

Auch Allgemeinmediziner Oliver Funken plädiert für eine bessere Steuerung. Er brachte das Beispiel eines 19-jährigen Mannes, der nach dem Fußball wegen einer Muskelzerrung zu ihm kam. Statt die von Funken empfohlenen Dehnübungen durchzuführen, ging der junge Mann zum Orthopäden für ein CT.

Nicht alle Patienten dürften sich über mehr Steuerung und damit einhergehende Zwänge freuen. Für Hans Theiss ist es daher entscheidend, dass das neue System die Versorgung wirklich verbessert. »Das Primärversorgungssystem macht nur Sinn, wenn die Patienten spüren, dass sie schneller behandelt werden, wenn es wichtig ist«, so der CSU-Politiker.

Ohne die Apotheken geht es nicht

Thomas Preis betonte, dass etwa 50 Prozent der in den Apotheken abgegebenen Medikamente von Patienten gekauft werden, die vorher keinen Arzt aufgesucht haben. Dank der jüngsten Apothekenreform sollen die Apotheken außerdem viele neue Aufgaben übernehmen. Die Apotheken müssten auch aufgrund dieser neuen Versorgungskultur unbedingt Teil des neuen Primärversorgungssystems werden. »Wenn man das ohne Apothekerinnen und Apotheker machen würde, vergäbe man eine große Chance. Da muss ein Umdenken in der Politik stattfinden«, forderte der ABDA-Präsident.

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