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BPI-Frühstück
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»Prävention braucht Reichweite – und die hat die Apotheke vor Ort«

Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau – die Apotheke vor Ort erreicht alle Menschen. Das machte Franziska Scharpf, Präsidentin der Apothekerkammer Bayern und Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer, zu Beginn der Diskussionsrunde »Prävention als Chance für unser Gesundheitssystem« deutlich.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 16.09.2026  13:30 Uhr
»Prävention braucht Reichweite – und die hat die Apotheke vor Ort«

Für Scharpf bedeutet Prävention, Gesundheit zu organisieren, bevor eine Krankheit entsteht. Die Präsidentin der Bayerischen Apothekerkammer plädierte dafür, dass Apotheken stärker in die Prävention einbezogen werden. »Prävention braucht Reichweite, und Reichweite hat die Apotheke vor Ort«, sagte sie. Apotheken könnten beispielsweise Adipositas frühzeitig erkennen oder Menschen bei der Tabakentwöhnung helfen. Somit könnten sie andere Gesundheitsberufsgruppen, etwa Ärztinnen und Ärzte, entlasten. Mit Blick auf die Sorgen anderer Berufsgruppen sagte sie: »Keiner nimmt jemandem etwas weg.«

Dennoch müssten auch die Krankenkassen zustimmen, damit Apotheken mehr Verantwortung übernehmen könnten. »Es bleibt keine Zeit mehr. Wenn wir uns jetzt nicht ändern, wird die GKV zugrunde gehen«, mahnte Scharpf und fügte hinzu: »Wer Gesundheit heute denkt, muss Pharmazie mitdenken«, und nicht warten, bis man ein Antibiotikum brauche. Patientinnen und Patienten sollten frühzeitig in die Apotheke gehen und nicht zu dubiosen Nasensprays aus dem Supermarkt greifen.

Um mehr Prävention bei Kindern zu erreichen, schlägt Scharpf ein Budget der Krankenkassen für Eltern vor, mit dem sie Medikamente für ihre Kinder kaufen können. Sie hat häufig erlebt, dass Eltern mit ihren Kindern zum Arzt gehen, damit sie die Medikamente nicht selbst bezahlen müssen. »Ich verstehe, dass die Kassen nicht voll sind, aber wenn wir uns Krankheit leisten können, dann können wir uns auch Prävention leisten.«

Trautner: »Apotheken sind für uns ein ganz wichtiger Partner«

Als »Longshot« bezeichnete Kai Joachimsen vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die Idee von Scharpf. Er findet es wichtig, möglichst früh mit Prävention zu beginnen, »wahrscheinlich bereits in der Schule«. Er kann sich vorstellen, dass die Themen Gesundheit und gesunde Ernährung als Pflichtunterricht in den Schulen etabliert werden, ähnlich wie Mathe oder Chemie.

Joachimsen betonte auch, dass die Pharmaindustrie auch davon profitiere, in einem gesunden System zu agieren. Es wäre schön, wenn man alle Krankheiten mit Prävention bekämpfen könnte, meinte Joachimsen. Dies glaube er aber nicht. Medikamente werden weiterhin benötigt. Sein Verband organisierte die Podiumsdiskussion.

Zu den weiteren Panelteilnehmerinnen zählte Carolina Trautner, die selbst Apothekerin und CSU-Landtagsabgeordnete ist. »Die Apotheken sind für uns ein ganz wichtiger Partner«, sagte sie mit Blick auf die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Bei Prävention sei es wichtig, innovativ und kreativ zu denken. Die Hürde für die Menschen sollte möglichst niedrig sein, und das sei die Apotheke, wo man keinen Termin braucht und jederzeit jemanden erreicht. Man müsse nicht das Rad neu erfinden, sondern die vorhandenen Kompetenzen nutzen.

Die CSU-Landtagsabgeordnete kann sich im Präventionsbereich Verpflichtungen und Vorschriften statt Zwang vorstellen sowie Anreize, diese Vorschriften dann auch freiwillig umzusetzen – etwa in Form von Belohnungssystemen, Bonuspunkten oder Angeboten. Auch Arbeitgeber sollten aktiver werden, beispielsweise mit ergonomischen Sitzgelegenheiten, Stressabbau oder Bewegungsangeboten.

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