| Alexander Müller |
| 08.09.2026 11:00 Uhr |
In der vom Hersteller Pfizer organisierten Runde diskutierte ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas (Mitte) mit Britta Siegmund von der Berliner Charité, Johannes Bauernfeind, dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, und Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen. / © PZ
Viel Bewegung, die richtige Ernährung, möglichst wenig Zucker, kein Alkohol und nicht rauchen – die Grundsätze eines gesunden Lebens sind hinlänglich bekannt. Und dennoch fällt es vielen schwer, gesunde Routinen in ihren Alltag zu integrieren. Wie das gelingen kann, darüber wurde bei der Veranstaltung »Vorsprung passiert jetzt. Wie Prävention Gesundheit sichert – für Menschen und Systeme« in Berlin diskutiert.
In der vom Hersteller Pfizer organisierten Runde diskutierte ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas mit Britta Siegmund von der Berliner Charité, Johannes Bauernfeind, dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, und Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen, die Mitglied des Parlamentskreises Prävention ist. Die als Vertreterin der Politik vorgesehene CDU-Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss konnte nicht teilnehmen.
Bauernfeind wies auf die schlechte Lage Deutschlands im europäischen Vergleich hin. Trotz hoher Ausgaben und eines sehr guten Zugangs zum Gesundheitswesen hätten die Deutschen mehr mit Krankheit oder zumindest »nicht optimaler Lebensqualität« zu kämpfen.
Es scheitert aus Sicht des AOK-Vorsitzenden gar nicht an Investitionen der Krankenkassen: »Es ist kein Luxus: Prävention rechnet sich immer.« Das Problem ist aus seiner Sicht die fehlende Bereitschaft der Versicherten. »Eine Tablette zu schlucken, ist leichter, als etwas für sich zu tun«, so Bauernfeind.
ABDA-Vize Lucas beobachtet genau das im Alltag ihrer Berliner Apotheken: Viele Menschen hätten mit dem Thema Gesundheitsförderung nichts zu tun, sondern »wahnsinnig viele ungesunde Routinen«. Hier sieht sie die Apotheken in einer guten Position, niedrigschwellig für Aufklärung zu sorgen. »Menschen kommen mit Fragen in die Apotheke, aber wir müssen uns um die Menschen kümmern, die keine Fragen stellen.« Apothekenteams könnten Programme der Krankenkassen vermitteln oder pharmazeutische Dienstleistungen anbieten.