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Opioidkrise in den USA
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Analyse, Lehren und mögliche Auswege

Wie ist es zur Opioidkrise in den USA gekommen, und können wir ein ähnliches Ereignis in Deutschland verhindern? Eine kritische Analyse der Entwicklung und ein Blick in die Pipeline: Gibt es neue Alternativen zu den Opioiden?
AutorKontaktEdith Bennack
AutorKontaktUlrike Holzgrabe
Datum 12.07.2026  08:00 Uhr

Im Juni 2024 titelte die Süddeutsche Zeitung »Im Angebot: Überdosis«, womit sie auf eine auf Deutschland zukommende Fentanyl-Welle aufmerksam machen wollte. Werbekampagnen der von der Familie Sackler geführten Purdue Pharma werden in den USA mit dem in den letzten 25 Jahren beobachteten Missbrauch von OxyContin® und später Fentanyl in Zusammenhang gebracht. Millionen von Menschen sind von diesen Opioiden abhängig geworden, und Hunderttausende sind gestorben. Wie ist es zur Opioidkrise gekommen?

Die Nutzung von Opium, dem getrockneten Milchsaft aus den Samenkapseln von Papaver somniferum, ist so alt wie die Menschheit (1). Schon im berühmten Papyrus Ebers wird circa 1550 vor Christus das Opium als Narkotikum erwähnt, und es wurde zu allen Zeiten meist als Schmerzmittel verwendet.

Opium war immer auch ein wirtschaftlich wichtiger Faktor. So wundert es nicht, dass darum Kriege geführt wurden. Genannt seien hier nur die Opiumkriege zwischen der chinesischen Qing-Dynastie und den Briten, die im 19. Jahrhundert Opium aus Bengalen nach China einführten, um ihr Handelsdefizit zu mindern. Die große Menge Opium in China hatte zu etwa 20 Millionen süchtigen Menschen geführt, weshalb China versuchte, den Handel durch Beschlagnahmung und Vernichtung von Opium zu stoppen. Daraufhin entsendeten die Briten eine Flotte, die die Küstenstädte eroberte.

Später wollten Großbritannien und Frankreich weitergehende Handelsrechte, das heißt eine Legalisierung des Opiumhandels. Dies führte zum zweiten Opiumkrieg, bei dem die Qing-Dynastie vernichtend geschlagen wurde und von dem sich China lange nicht erholt hat.

Dieser kleine historische Rückblick zeigt, wie eng wirtschaftliche Interessen und Opiumsucht zusammenhängen können. Die von der Familie Sackler wesentlich mitverschuldete Opioidkrise in den USA ist die jüngste Wiederholung des Konflikts, nur dass es keinen Krieg gegeben hat. Millionen von Menschen wurden in die Opioidabhängigkeit getrieben, und Hunderttausende sind an Überdosierungen gestorben, was Präsident Trump im Dezember 2025 dazu veranlasst hat, von einer »Massenvernichtungswaffe« zu sprechen (2). Ist das Opioidproblem auch in Deutschland angekommen? (3). Aber eins nach dem anderen.

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