| Annette Rößler |
| 18.09.2026 14:00 Uhr |
Aus Sicht der Hersteller bedeute das: »Der Spardruck hat zugenommen«, sagte Kirsch. Für die Industrie sei das Inkrafttreten der Austauschpflicht bei Biosimilars ein Paradigmenwechsel gewesen. Würde die Politik Exklusivverträge zulassen, bedeute dies, dass der ökonomische Druck maximal werde. »Aber überhöhter Kostendruck gefährdet die Versorgung, das haben wir bei den Generika gesehen«, sagte Kirsch.
Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main hatte dazu die passenden Zahlen parat: »Bei den small Molecules werden 80 Prozent des Marktes mit Generika abgedeckt. Insgesamt kostet das die Krankenkassen lediglich knapp 3 Milliarden Euro. Da darf man sich über Versorgungsengpässe nicht wundern.«
Die drei Diskutanten waren sich einig: Nachahmerprodukte sind auch bei Biologika wichtig, um notwendige Einsparungen zu erreichen, doch ein »Überdrehen der Schraube« durch Exklusivverträge sei schädlich und letztlich versorgungsgefährdend. »Dennoch verspüre ich hier aufseiten der Krankenkassen eine gewisse Lust, das System auszureizen«, sagte Dingermann. Kirsch äußerte die Hoffnung, dass die Politik dies auch künftig verhindern werde.