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Pharmaindustrie und Apotheken
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Eine komplizierte Beziehung

»Es ist kompliziert«, sagte Apotheker Jan Reuter mit Blick auf die Beziehung zwischen Pharmaindustrie und Apotheken. Auf der Expopharm in München fand eine Art Paartherapie zwischen Vertretern der beiden Branchen statt. Ob es bald eine Fortsetzung geben wird?
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 18.09.2026  08:00 Uhr

Das größte Problem zwischen den beiden Branchen ist für Reuter der »Sorgerechtsstreit« um die Patientinnen und Patienten. Diese sollten wieder im Mittelpunkt der Pharmaindustrie stehen und nicht der Umsatz. Der YouTuber und Apotheker der Central-Apotheke Walldürn wünscht sich von den Pharmaunternehmen mehr Face-to-Face-Betreuung.

Auch Tatjana Buck, Apothekerin der Vital-Apotheke Bad Saulgau, wünscht sich mehr Beratung für Apotheken vor Ort und eine Stärkung ihrer Kompetenzen. Sie betont jedoch, dass eine Partnerschaft von Unabhängigkeit lebt. »Ich soll als Apothekerin auch unabhängig arbeiten können«, sagte sie. Sie möchte Produkte empfehlen, weil sie diese für gut hält, und kein Influencer-Marketing mit Pharma-Sponsoring betreiben.

Die Frage, ob die Beziehung zwischen den beiden Branchen eingeschlafen sei, verneinte Jan-Niklas Francke. »Wir haben viel vor«, so der Vorsitzende des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz. Er sei überzeugt, dass die beiden Branchen nur gemeinsam und mit guten Informationen und Beratungen das Vertrauen der Patientinnen und Patienten gewinnen können.

Industrie: »Ein besseres Ohr für die Probleme der Apotheken haben«

Die Industrie glaube zu wissen, was die Apotheken genau bräuchten, tatsächlich wisse sie es aber nicht, so Adam Faßbender vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). »Wir reden endlich mal miteinander. Normalerweise wird übereinander geredet«, so Faßbender. Die Paartherapie auf der Expopharm sei ein »guter Ansatz«, der fortgesetzt werden sollte.

Kai Joachimsen, ebenfalls vom BPI, betonte, dass Medikamente und medizinische Produkte erst durch die Apotheke vor Ort zur Therapie werden. Da neue Therapien immer komplexer werden, sollte die Pharmaindustrie »ein besseres Ohr für die Probleme der Apotheken haben«. Denn keinem pharmazeutischen Unternehmen wäre damit gedient, wenn die Anwendung oder die Wechselwirkungen nicht richtig erklärt und das Produkt nicht richtig angewendet würde.

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