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Apotheken-Marketing
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Nähe entsteht auch digital

Nicht die schönste, größte oder zentralste Apotheke gewinnt Aufmerksamkeit, sondern jene, die auf dem Smartphone des Kunden präsent ist, glaubt Apotheker Jan Reuter. Wie sich Vertrauen ins Digitale übersetzen lässt, erläuterte er bei der Expopharm.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 18.09.2026  11:00 Uhr

Mit der Liebe zur Vergangenheit könne man ein Museum betreiben, aber keine Apotheke. Heute lasse sich pharmazeutische Kompetenz auch digital verbreiten – genauso individuell, genauso seriös und genauso verständlich. Davon ist Jan Reuter überzeugt. Er selbst betreibt einen Youtube-Kanal, der inzwischen mehr als 90.000 Follower hat.

Digitale Kundenbindung hält der Apothekeninhaber aus Baden-Württemberg für etwas Mächtiges. Obwohl alles mit dem ersten persönlichen Kontakt beginne, bleibe eine Offizin vor allem dann in den Köpfen der Kundschaft, wenn sie auf Smartphones präsent ist.

Reuter zeigte, wie er Menschen, die eine Dienstleistung in seiner Apotheke erhalten haben, im Nachgang individuelle Zusatzinformationen etwa zu Einnahmehinweisen, Wechselwirkungen oder den Präparaten zukommen lässt. Und zwar als persönliche Videobotschaft.

Seine Nachrichten bereitet er kurz, verständlich und wissenschaftlich fundiert auf. »So ist die Beratung nicht flüchtig, sondern bleibt. Man kann sich das Video noch mal anschauen – oder auch teilen.« Noch ein Benefit: Die Patientinnen und Patienten kennen schon die Gesichter und Stimmen des Apothekenteams. »So entsteht auch über den Bildschirm Vertrauen und Nähe.«

Ein Problem lösen – und darüber sprechen

Für seine persönlichen Videobotschaften oder Youtube-Inhalte füttert er zunächst ein KI-Modell mit rund 50 seriösen Quellen wie wissenschaftlichen Studien, Leitlinien oder Medi-Checks. »Dann lasse ich die Inhalte über einen Prompt so aufbereiten, dass sie ein Zwölfjähriger versteht«, so Reuter.

Das Prinzip lässt sich auf jedes Gesundheitsthema übertragen. Reuter zählt die zentralen Schritte auf:

  1. Ein Problem suchen,
  2. es für eine Kundengruppe lösen,
  3. dem Ganzen einen spannenden, aber klaren Namen geben,
  4. es leicht konsumierbar aufbereiten,
  5. erklären, warum es hilft
  6. und wie die nächsten Schritte aussehen.

Wer solche Posts und Videos regelmäßig mit verschiedenen Inhalten produziere und auf digitalen Kanälen einer Apotheke ausspiele, könne sich langsam ein Erfolgsmodell aufbauen. »Das funktioniert genauso in der Stadt wie auf dem Land«, betonte er.

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