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Nach Wiederfreigabe
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Wann sich Skonto lohnt – und wann nicht

Die Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen ist in Kraft. Damit können Apotheken ab heute Skonti mit dem Großhandel neu verhandeln. Wie relevant dies wirtschaftlich ist und welche Skonto-Fallen es gibt, erklärt Apothekenberater Robert Fries.
AutorCornelia Dölger
Datum 22.09.2026  11:20 Uhr
Wann sich Skonto lohnt – und wann nicht

Mit dem letzten Teil der Apothekenreform wurde die Skonto-Deckelung wieder aufgehoben. Skonti sind damit nicht länger an Preisvorgaben beim Rx-Einkauf gebunden. »Nächste Woche können Sie mit Ihren Großhändlern wieder Skonti verhandeln«, hatte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) vergangene Woche bei der Eröffnung des Deutschen Apothekertags in München den Apothekerinnen und Apothekern versprochen – gestern erschien die Verordnung dann im Bundesgesetzblatt und tritt damit in großen Teilen heute in Kraft.

Dies war lang ersehnt, denn die Deckelung beschnitt die Betriebsergebnisse empfindlich. Mehrere politische Anläufe, die Wiederfreigabe durchzusetzen, liefen ins Leere, mit der Apothekenreform hat es nun endlich geklappt.

Die Apotheken sollten ihre Erwartungen an mögliche zusätzliche Einkaufsvorteile allerdings nicht zu hoch schrauben, rät Robert Fries, Geschäftsführer der Apothekenberatung Team Paracelsus. Von einer automatischen Rückkehr zu früheren Konditionen geht er zunächst nicht aus. »Nach meinen jüngsten Gesprächen rechne ich zum Einstieg in die Verhandlungen zunächst eher mit 0,3 bis 0,45 Prozent bei vorfristiger Zahlung auf den skontofähigen Rx-Bezugsumsatz ohne Hochpreiser«, so  Fries zur PZ.

Zur Orientierung: Pro 1 Million Euro skontofähigem Rx-Einkaufsvolumen ergebe sich rechnerisch ein Preisvorteil von etwa 3000 bis 4500 Euro pro Jahr, wobei Finanzierungskosten noch nicht berücksichtigt seien. Wie hoch der Vorteil tatsächlich ausfällt, hänge jedoch vom jeweiligen Einkaufsvolumen der Apotheke und den individuell vereinbarten Konditionen ab, betont Fries.

Bisher halte sich der Großhandel mit Angeboten zurück – schwer nachvollziehbar, findet Fries. »Nach unserer Datenbasis aus den von uns betreuten Apotheken hat der Großhandel seit dem BGH-Urteil deutlich Bezugsvolumen an das Direktgeschäft verloren«, erklärt Fries. Die wieder erlaubten Skonti könnten helfen, diese Kunden zurückzugewinnen, allerdings nur mit attraktiven und wirtschaftlich sinnvollen Angeboten für die Apotheken. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Februar 2024 Skonti mit Rabatten gleichgesetzt und damit den Preisregeln beim Rx-Einkauf unterworfen.

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