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Nach Wiederfreigabe
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Wann sich Skonto lohnt – und wann nicht

Die Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen ist in Kraft. Damit können Apotheken ab heute Skonti mit dem Großhandel neu verhandeln. Wie relevant dies wirtschaftlich ist und welche Skonto-Fallen es gibt, erklärt Apothekenberater Robert Fries.
AutorCornelia Dölger
Datum 22.09.2026  11:20 Uhr

Die wichtige Liquiditätsfrage

Mögliche wirtschaftliche Verbesserungen durch die Skonti-Freigabe hingen grundlegend davon ab, ob die Apotheke liquide sei, betont Fries gegenüber der PZ. Unverzichtbar sei mithin eine laufende, regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung. »Ein einmaliger Blick auf den Kontostand reicht nicht aus.« Die Planung müsse vielmehr Zahlungseingänge, Großhandelszahlungen, Personalaufwand und sämtliche weiteren Verpflichtungen fortlaufend abbilden und mit den tatsächlichen Zahlungsbewegungen abgeglichen werden.

»Nur so lässt sich erkennen, ob vermeintlich freie Mittel tatsächlich verfügbar sind oder wenige Tage später über den Kontokorrentkredit ersetzt werden müssen«, so der Apothekenberater. Dadurch entstehende Finanzierungslücken gelte es zu vermeiden, rät Fries. »Die größte Gefahr sehe ich darin, dass sich eine Apotheke über den angebotenen Skonto freut, aber durch die frühere Zahlung in die Kontokorrentfalle gerät.«

Bereits eine vorgezogene Teilzahlung könne eine Finanzierungslücke auslösen und die zusätzliche Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits erforderlich machen. »Die dadurch entstehenden Zinsen können den Skontovorteil aufzehren oder übersteigen.« Aus dem vermeintlichen Einkaufsvorteil werde dann ein Verlustgeschäft.

Zahlungsziele anpassen

Besonders problematisch werde es, wenn die Rechnung auch Artikel enthält, für die gar kein Skonto gewährt wird, etwa teure Hochpreiser. In diesem Fall müssten Apotheken zusätzlich Kapital binden, ohne davon durch einen Preisnachlass zu profitieren.

Vor einer Zusage müssten daher drei Fragen beantwortet werden: Wie viel Geld wird wie viele Tage früher benötigt? Auf welchen Betrag wird tatsächlich Skonto gewährt? Was kostet die zusätzliche Finanzierung? Berechnungsbasis, Ausschlüsse, reguläre Fälligkeit und Skontotermin müssten schriftlich feststehen. Auch höhere Gebühren oder Verschlechterungen bestehender Rabatte gehörten in die Gesamtrechnung.

Im Übrigen müssten die Zahlungsziele zu den tatsächlichen Zahlungseingängen und laufenden Verpflichtungen der Apotheke passen, unterstreicht Fries. Entscheidend seien die Auszahlungstermine des Rezeptabrechnungszentrums sowie die Termine für Löhne, Miete und Steuern.

Je nach Einkaufsvolumen könne es unterschiedliche Angebote geben – wobei ein hohes Einkaufsvolumen grundsätzlich wenig darüber aussage, ob eine Apotheke die frühere Zahlung aus eigener Liquidität leisten könne. »Deshalb sollte jedes Angebot anhand einer Liquiditätsplanung geprüft werden, die auch die Wochen nach der vorgezogenen Zahlung berücksichtigt.« Die verfügbare Kontokorrentlinie sei kein kostenloser Liquiditätsersatz.

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