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Antigentests zur Eigenanwendung

Spahn will Preisentwicklung bei Selbsttests beobachten

Wie viel die Corona-Selbsttests künftig kosten werden, ist noch offen, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag in einer Pressekonferenz. Er werde die Preisentwicklung zunächst beobachten. Wenn die Tests etwa für 10 Euro verkauft werden, könnte der Bund die Testabgabe finanziell unterstützen. Zudem könnte es noch dauern, bis die Tests in der breiten Masse verfügbar sein werden.
Charlotte Kurz
19.02.2021  11:58 Uhr

Bislang ist zwar noch kein einziger Corona-Selbstests oder auch Laientest auf dem Markt. Die Diskussion über mögliche Distributionsformen ist jedoch bereits im vollen Gange. In einem Beitrag auf Twitter hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, die Selbsttests künftig »für alle zugänglich« machen zu wollen. In einem Entwurf zur Aktualisierung der nationalen Teststrategie hieß es dann, dass die Selbsttests »ggf. gegen eine geringe Eigenbeteiligung von 1,- EUR« abgegeben werden sollen. Allerdings erst dann, wenn sie in ausreichender Zahl verfügbar sein sollen. Die Unionsfraktion hatte zuletzt davor gewarnt, die Selbsttests zu günstig abzugeben. Dadurch könnten die gerade erst aufgebauten Apotheken-Testzentren an Bedeutung verlieren.

Am heutigen Freitag erklärte Spahn in der Bundespressekonferenz auf Nachfrage der PZ: »Die Veränderung der Testverordnung wird im ersten Schritt jetzt die Schnelltests ab März beinhalten.« Damit meint er Schnelltests für professionelle Anwender. Ab 1. März sollen diese Schnelltests kostenlos auch von Apotheken angeboten werden. Die Marktentwicklung der Selbsttests hingegen wird die Bundesregierung nach den Zulassungen zunächst beobachten, so Spahn. Im Hinblick auf die Einführung einer geringen Eigenbeteiligung könne er noch nicht sagen, wie das Preisniveau der Selbsttests am Anfang sein wird. »Es macht ja für die Frage, ob wir finanziell mit einsteigen im Rahmen einer Testverordnung, einen Unterschied ob die Tests zwei oder 10 Euro kosten werden«, erklärte Spahn. Mit zwei Euro sei der Test relativ niedrigschwellig verfügbar, bei 10 Euro ist offenkundig ein größerer Bedarf gegeben, den Test kostengünstiger zu verfügbar zu machen.

Dies möchte Spahn in den ersten zwei bis drei Wochen nach den ersten Marktzulassungen zunächst beobachten. Zudem sei auch zu beobachten, wie schnell die Tests nach der Zulassung verfügbar sein werden. »Wenn wir sie zum Bestandteil unserer Testverordnung machen, brauchen sie immer per se auch schon eine hohe Verfügbarkeit.« Die Teststrategie für Kitas und Schulen werden jedoch von den Ländern geregelt und dort sehe man auch schon, dass die Länder die Selbsttests in den Alltag der Kitas und Schulen einbauen, so Spahn.

Zur Frage warum bezüglich der Selbsttests keine Apothekenpflicht eingeführt wurde antwortete Spahn, dass die Zulassung gewährleiste, dass die Tests von Laien sicher angewendet werden können, so Spahn. Die ABDA hatte vor der Freigabe der Tests auf eine entsprechende Apothekenpflicht gepocht. Spahn erklärte jedoch, dass entsprechende Packungsbeilagen ausreichend Informationen geben würden, um die Tests sicher durchzuführen. »Wir wollen aber gleichzeitig eine breite und auch eine günstigere Verfügbarkeit gewährleisten«. Wenn die Tests in allen Bereichen des Handels erhältlich sein werden, sei diese breite Verfügbarkeit sichergestellt, so Spahn.

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