Zur gut belegten Standardtherapie für Patienten nach einem STEMI gehören zudem ACE-Hemmer. Von einer Einnahme profitieren insbesondere Patienten mit einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens (LVEF ≤ 40 Prozent), einer Herzinsuffizienz oder zusätzlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, chronischer Nierenerkrankung oder einem Vorderwandinfarkt. Bei Patienten mit erhaltener Herzfunktion ist der Nutzen geringer, aber eine frühe Therapie wird aufgrund der verfügbaren Evidenz und des günstigen Nutzen-Risiko-Profils weiterhin empfohlen.
Mit der Behandlung kann begonnen werden, wenn der systolische Blutdruck > 100 mmHg beträgt, keine relevante Verschlechterung der Nierenfunktion vorliegt und keine Hyperkaliämie besteht.
Da im vorliegenden Patientenfall alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, kann die bereits bei der stationären Aufnahme begonnene Therapie mit Ramipril in unveränderter Dosierung fortgeführt werden.
Neben der medikamentösen Therapie sind nicht medikamentöse Maßnahmen ein zentraler Bestandteil der Sekundärprävention nach einem ACS. So gilt Rauchen als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung eines Herzinfarkts und weitere kardiovaskuläre Ereignisse. Ein Rauchstopp ist mit einer Reduktion eines Reinfarkts um 30 bis 40 Prozent und einer Reduktion der Mortalität um 35 bis 40 Prozent assoziiert. Die Entwöhnung sollte möglichst früh nach dem Akutereignis beginnen. Unterstützend können strukturierte Beratungsangebote, verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie gegebenenfalls eine Nikotinersatztherapie eingesetzt werden.
Empfohlen wird zudem eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und Olivenöl. Gleichzeitig sollte der Verzehr von gesättigten Fettsäuren und zuckerreichen Lebensmitteln reduziert werden. Eine gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung können darüber hinaus dazu beitragen, bestehendes Übergewicht zu reduzieren.
Der Alkoholkonsum sollte auf maximal 100 g Alkohol pro Woche begrenzt und die tägliche Kochsalzzufuhr auf weniger als 5 g reduziert werden.
Nicht zuletzt stellt ein ACS für den Patienten nicht nur eine erhebliche körperliche, sondern auch eine psychische Belastung dar. Viele Patienten erleben das Ereignis als lebensbedrohlich und entwickeln infolgedessen Ängste, depressive Symptome und/oder eine verminderte Lebensqualität. Daher ist eine psychosoziale Betreuung ein wichtiger Bestandteil.