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Akutes Koronarsyndrom
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Sekundärprävention auf vielen Ebenen

Nach einem akuten Koronarsyndrom kommt der Sekundärprophylaxe eine besondere Bedeutung zu. Dazu zählen neben einer konsequenten medikamentösen Therapie nicht medikamentöse Maßnahmen sowie Strategien zur Sicherung der langfristigen Therapieadhärenz.
AutorKontaktCarina Hohmann
Datum 01.11.2026  08:00 Uhr

Weitere Säule: ACE-Hemmer

Zur gut belegten Standardtherapie für Patienten nach einem STEMI gehören zudem ACE-Hemmer. Von einer Einnahme profitieren insbesondere Patienten mit ­einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens (LVEF ≤ 40 Prozent), einer Herzinsuffi­zienz oder zusätzlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, chronischer Nierenerkrankung oder einem Vorderwandinfarkt. Bei Patienten mit erhaltener Herzfunktion ist der Nutzen geringer, aber eine frühe ­Therapie wird aufgrund der verfügbaren Evidenz und des ­günstigen Nutzen-Risiko-Profils weiterhin empfohlen.

Mit der Behandlung kann begonnen werden, wenn der systolische ­Blutdruck > 100 mmHg beträgt, keine relevante Verschlechterung der Nierenfunktion vorliegt und keine Hyperkaliämie besteht.

Da im vorliegenden Patientenfall alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, kann die bereits bei der stationären Aufnahme begonnene Therapie mit Ramipril in unveränderter Dosierung fortgeführt werden.

Lebensstil bewusst umstellen

Neben der medikamentösen Therapie sind nicht medikamentöse Maß­nahmen ein zentraler Bestandteil der ­Sekundärprävention nach einem ACS. So gilt Rauchen als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung eines Herzinfarkts und weitere kardiovaskuläre Ereignisse. Ein Rauchstopp ist mit einer Reduktion eines Reinfarkts um 30 bis 40 Prozent und einer Reduktion der Mortalität um 35 bis 40 Prozent assoziiert. Die Entwöhnung sollte möglichst früh nach dem Akutereignis beginnen. Unterstützend können strukturierte Beratungsangebote, verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie gegebenenfalls eine Nikotinersatztherapie eingesetzt werden.

Empfohlen wird zudem eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und Olivenöl. Gleichzeitig sollte der Verzehr von gesättigten Fettsäuren und zuckerreichen Lebensmitteln reduziert werden. Eine gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung können darüber hinaus dazu beitragen, bestehendes Über­gewicht zu reduzieren.

Der Alkoholkonsum sollte auf maximal 100 g Alkohol pro Woche begrenzt und die tägliche Kochsalzzufuhr auf ­weniger als 5 g reduziert werden.

Nicht zuletzt stellt ein ACS für den Patienten nicht nur eine erhebliche körperliche, sondern auch eine psychische Belastung dar. Viele Patienten erleben das Ereignis als lebensbedrohlich und entwickeln infolgedessen Ängste, depressive Symptome und/oder eine verminderte Lebensqualität. Daher ist eine psychoso­ziale Betreuung ein wichtiger Bestandteil.

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