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Akutes Koronarsyndrom
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Sekundärprävention auf vielen Ebenen

Nach einem akuten Koronarsyndrom kommt der Sekundärprophylaxe eine besondere Bedeutung zu. Dazu zählen neben einer konsequenten medikamentösen Therapie nicht medikamentöse Maßnahmen sowie Strategien zur Sicherung der langfristigen Therapieadhärenz.
AutorKontaktCarina Hohmann
Datum 01.11.2026  08:00 Uhr

ASS und Lipidsenker ein Leben lang

Die medikamentöse Sekundärprophylaxe richtet sich nach den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. So wird allen Patienten ohne Kon­traindikationen eine Langzeitbehandlung mit 100 mg ASS einmal täglich empfohlen. Zusätzlich wird allen ACS-Patienten ein P2Y12-Rezeptorant­agonist empfohlen. Dieser wird in einer einmaligen Initialdosis verabreicht, gefolgt von einer ­Erhaltungsdosis über zwölf Monate. Standardmäßig kommen Tica­grelor oder Prasugrel zum Einsatz. Clopido­grel gilt als weniger wirksam und wird angewendet, wenn Tica­grelor oder Prasugrel kontraindiziert sind oder ein erhöhtes Blutungs­risiko besteht.

Bei ACS-Patienten, die sich ­einer PCI unterziehen, sollte Prasugrel gegenüber Ticagrelor bevorzugt eingesetzt werden.

Im vorliegenden Fall erhielt der ­Patient entsprechend den Leitlinien zunächst eine einmalige Aufsättigungsdosis von 60 mg Prasugrel, gefolgt von 10 mg pro Tag peroral. Zusätzlich bekam er dauerhaft 100 mg ASS peroral pro Tag.

Nach einem ACS soll zudem so früh wie möglich eine lipidsenkende Therapie eingeleitet werden, um den prognos­tischen Benefit und die Compliance des Patienten nach dem stationären Aufenthalt zu erhöhen. Die aktuellen Guide­lines empfehlen ein Ziel-LDL < 55 mg/dl. ­

Empfohlen wird der Einsatz von hoch potenten Statinen wie Atorvastatin oder Rosuvastatin in der maximal verträglichen Dosis. Aufgrund der längeren Halbwertszeit der beiden Substanzen hat der Einnahmezeitpunkt keinen relevanten Effekt auf das Ausmaß der LDL-C-Senkung. Wesentlich wichtiger ist die Adhärenz, die morgens häufig besser ist als am Mittag oder Abend. Mittel- bis nie­drig potente Statine wie Simvastatin oder Prava­statin sollten abends eingenommen werden.

Patienten, die bereits bei Krankenhausaufnahme ein Statin in der maximal verträglichen Dosierung einnehmen und dennoch einen LDL-C-Wert von höher als 70 mg/dl aufweisen, sollten zusätzlich eine Non-Statin-Therapie erhalten. Gleiches gilt für Patienten, die bisher noch kein Statin erhalten ­haben, deren LDL-C-Wert jedoch so hoch ist, dass der Zielwert mit einem Statin allein voraussichtlich nicht erreicht werden kann.

Zum Einsatz kommen dann Eze­timib, Bempedoinsäure und PCSK9-Hemmer wie Evolocumab, Alirocumab und Incli­siran. Die üblicherweise eingesetzten Kombinationen ­synergistisch wirk­samer Substanzen zur LDL-C-Senkung sind als Stufenschema dargestellt (Abbildung). Basis sind immer Empfehlungen zum gesunden Lebensstil.

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