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Angeborenes Immunsystem
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Schnell und effektiv in der Erregerabwehr

Bakterien, Viren, Pollen und Co: Andauernd ist der Organismus mit Krankheitserregern und Fremdstoffen konfrontiert. Das Immunsystem ist in der Regel gut dagegen gewappnet und die Eindringlinge werden oft schon Minuten nach dem Kontakt unschädlich gemacht. In vorderster Linie ist das angeborene Immunsystem aktiv.
AutorKontaktEva Gottfried
Datum 20.09.2020  08:00 Uhr

Virenattacke

Doch was geschieht bei einer Virusinfektion? Viren infizieren Zellen, indem sie in diese eindringen; somit liegen sie nicht »offen« im Gewebe, sodass sie nicht einfach von Granulozyten und Makrophagen erkannt und phagozytiert werden können. Auch für diesen Fall ist im Immunsystem vorgesorgt: Sogenannte dendritische Zellen werden aktiv.

Wenn Viren Zellen befallen, vermehren sie sich darin und bringen die Zellen zum Platzen (Zell-Lyse), wodurch sie sich ausbreiten. Hier greifen dendritische Zellen ein, die Bruchstücke der geplatzten Zellen phagozytieren. Sie verdauen dabei auch Viruspeptide und »präsentieren« diese den T-Zellen des adaptiven Immunsystems. Diese können dann gezielt die infizierten Zellen abtöten und so die Virusvermehrung stoppen. Dendritische Zellen stehen damit an der Schwelle zwischen dem angeborenen und dem adaptiven Immunsystem; sie werden auch Antigen-präsentierende Zellen genannt.

Allerdings gibt es auch Viren, die der Abwehr der T-Zellen entgehen können. An dieser Stelle springen die natürlichen Killerzellen des angeborenen Immunsystems ein, die insbesondere gegen Herpesvirus-infizierte Zellen vorgehen. Zu den durch Herpesviren ausgelösten Krankheiten zählen neben Lippen- oder Genitalherpes auch Windpocken, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber und verschiedene Krebserkrankungen. Die Aktivität der NK-Zellen wird wiederum durch Interferone und Zytokine gesteuert, die von Makrophagen freigesetzt werden. Im Zytoplasma der NK-Zellen befinden sich zahlreiche kleine Vesikel (Granula), die Proteasen und Perforin, ein Membranporen-bildendes Protein, enthalten. Werden diese freigesetzt, zerstören sie Zellmembranen und führen so zum Absterben der infizierten Zellen.

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