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Geriatrische Patienten
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Schmerzen effektiv und sicher behandeln

Schmerzen sind kein normaler Teil des Alterungsprozesses, aber sie nehmen mit dem Alter und bei Erkrankungen zu. Eine gute Kenntnis der analgetisch wirksamen Substanzen, geschickte Kombination von galenischen Formen und Wirkungsmechanismen sowie eine einfühlsame Beratung älterer und alter Menschen kann deren Lebensqualität verbessern.
AutorKontaktIsabel Waltering
Datum 20.11.2025  09:00 Uhr

Muskelrelaxanzien

Muskelrelaxanzien werden in der Geriatrie eher selten und mit Vorsicht eingesetzt. Die Wirkdauer ist bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion häufig verlängert, was das Risiko für Nebenwirkungen erhöht. Besonders negativ wirken sich Muskelrelaxanzien auf die Sturzgefahr aus. Schluckbeschwerden können verschlechtert werden.

Insgesamt sind die Vorteile der Muskelentspannung oft geringer als die Risiken, weshalb Analgetika oft eine bessere Option sind (54).

Laxanzien

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Opioid-Therapie sind Obstipation und Übelkeit. Obstipation ist häufig und es tritt im Unterschied zur Übelkeit keine Gewöhnung auf. Die Therapie erfolgt optimalerweise prophylaktisch. Besonders geeignet sind Polyethylenglykol-Präparate oder Bisacodyl-haltige Medikamente. Gute Erfolge bei refraktärer Obstipation zeigen auch die peripher wirksamen µ-Opioid-Rezeptorantagonisten (PAMORA) Naloxon, Naloxegol und Naldemedin sowie der selektive 5-HT₄-Rezeptoragonist Prucaloprid (12, 55).

Obstipation löst häufig Übelkeit aus. Daher ist das Management von Verstopfung für die Verträglichkeit von Opioiden essenziell.

Klappt die Anwendung?

Zu berücksichtigen ist bei der Auswahl der Medikation, ob Patienten die jeweiligen Medikamente auch anwenden können. Liegen kognitive Beeinträchtigungen, Hör- und Sehbeeinträchtigungen oder verminderte Kraft in den Fingern vor? Bei ambulanten Patienten in der Schmerztherapie – aber eigentlich bei allen Patienten – sollte sich das Apothekenteam daher fragen:

  • Hat der Patient die Einnahme verstanden?
  • Kann er die Tropfflasche öffnen, die Tropfen abzählen und beim Tropfen die Flasche im korrekten Winkel halten?
  • Kann der Patient das Medikament aus dem Blister ohne Probleme entnehmen?
  • Kann der Patient die Medikamente selbstständig einnehmen?
  • Kann der Patient seinen Bedarf an Schmerzmedikation im Akutfall eigenständig decken oder kann er akuten Schmerz ausreichend »kommunizieren«?
  • Können Schmerzpflaster manuell aufgeklebt und beim Wechseln zuverlässig entfernt und entsorgt werden?

Viele arzneimittelbezogene Probleme können Apothekenteams direkt lösen. Mitunter helfen eine Medikationsanalyse oder die pharmazeutische Dienstleistung »erweiterte Medikationsberatung«. Patienten mit mehr als fünf Dauermedikamenten haben ohnehin Anspruch darauf.

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