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Nebenwirkungen
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Mehr Gewicht durch Arzneimittel

Verschiedene Medikamente können Gewichtsveränderungen auslösen. Der Effekt hängt vom Arzneistoff ab und ist nicht bei allen Vertretern einer Wirkstoffgruppe gleich.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 21.05.2026  09:00 Uhr

Betablocker: eine Frage der Generation

Der Ruf der Betablocker, sich »positiv« auf der Waage bemerkbar zu machen, ist zwar verbreitet, aber wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. So trat zum Beispiel in einer Metaanalyse von 13 randomisierten Doppelblindstudien eine Gewichtszunahme in Verum- und Placebogruppe gleich häufig auf. Jedoch ist ein Nocebo-Effekt nicht auszuschließen. Patienten, die durch den Beipackzettel oder Aufklärung beim Arzt oder in der Apotheke auf eine Nebenwirkung hingewiesen werden, erleben diese häufiger, auch wenn kein pharmakologischer Mechanismus vorliegt (22).

Wichtig ist auch hier die substanzspezifische Differenzierung. Bei älteren Wirkstoffen wie Metoprolol, Atenolol oder Propranolol wird eine Gewichtszunahme vor allem zu Beginn der Therapie beschrieben, während neuere Stoffe wie Nebivolol oder Celiprolol diesen Effekt seltener zeigen. Als Mechanismen wird vorgeschlagen, dass Betablocker den Grundumsatz verlangsamen, durch mehr Müdigkeit die körperliche Aktivität reduzieren, Wassereinlagerungen begünstigen und die Insulinsensitivität beeinträchtigen. Ein Wechsel innerhalb der Stoffgruppe ist oft möglich, bevor die Therapie gänzlich umgestellt wird (23–25).

Charakteristische »pfundige« Nebenwirkungen der H₁-Antihistaminika der ersten Generation lassen sich auf ihre ZNS-Gängigkeit beziehungsweise ihre unzureichende Selektivität zurückführen. Werden H₁-Rezeptoren im Hypothalamus blockiert, beeinflusst dies das Sättigungsgefühl und Patienten essen mehr. Darüber hinaus tragen häufig weitere Effekte, etwa an muskarinergen und serotonergen Rezeptoren, zum metabolischen Risiko bei.

Modernere Substanzen der zweiten Generation wie Cetirizin und Loratadin passieren die Blut-Hirn-Schranke kaum und haben daher geringere Auswirkungen auf den zentralen Histaminhaushalt. Allerdings können auch sie in Einzelfällen mit einer Gewichtszunahme assoziiert sein (26–28).

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