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Nebenwirkungen
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Mehr Gewicht durch Arzneimittel

Verschiedene Medikamente können Gewichtsveränderungen auslösen. Der Effekt hängt vom Arzneistoff ab und ist nicht bei allen Vertretern einer Wirkstoffgruppe gleich.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 21.05.2026  09:00 Uhr

Antiepileptika: Spannbreite an Effekten

Da Antiepileptika meist als Dauertherapie angewendet werden, ist ihre Langzeitverträglichkeit wichtig. Stabil bleibt das Gewicht in der Regel unter Lamotrigin, Phenytoin, Levetiracetam, Lacosamid und Oxcarbazepin (10) (Tabelle 3).

Zu den Substanzen mit gewichtssteigerndem Potenzial zählen vor allem Valproat, Pregabalin und Gabapentin. Valproat beeinflusst sowohl die pankreatische Insulinsekretion als auch die Insulinresistenz und begünstigt dadurch nicht nur Übergewicht, sondern auch metabolische Folgeerkrankungen.

Unter Topiramat und Zonisamid nehmen Patienten wiederum eher ab. Eine dosisabhängige Gewichtsreduktion, die 10 bis 15 Prozent der Patienten unter Topiramat erleben, kann mitunter erwünscht sein. Ähnliches gilt für Zonisamid. Ähnlich wie Topiramat wurde es auch zur Gewichtsreduktion bei adipösen Patienten geprüft.

Unter Antiepileptika kommt es häufig zu einem veränderten Appetit und einer angepassten Nahrungsaufnahme. Genetische Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen (11, 12).

Antiepileptikum Zeitraum Ermittelte Gewichtsveränderung (kg) (ungefähre Angaben)
Carbamazepin mehrere Monate bis 1 Jahr 0 bis +2, teils mehr
Felbamat mehrere Monate Gewichtsabnahme beschrieben, oft –2 bis –4
Gabapentin mehrere Monate meist 0 bis +2, vereinzelt mehr
Lamotrigin mehrere Monate bis 1 Jahr 0 (gewichtsneutral)
Levetiracetam mehrere Monate bis 1 Jahr 0 (gewichtsneutral)
Phenytoin mehrere Monate bis 1 Jahr 0 (weitgehend gewichtsneutral)
Pregabalin mehrere Monate etwa +1 bis +3
Topiramat mehrere Monate –3 bis –5
Valproat, Valproinsäure mehrere Monate bis 1 Jahr +3 bis +6
Vigabatrin mehrere Monate +2 bis +4
Zonisamid 16 bis 32 Wochen –6 bis –9
Tabelle 3: Wie Antiepileptika das Gewicht verändern können (55–57)

Bei Glucocorticoiden auf die Dosis achten

Bei Glucocorticoiden wirken mehrere metabolische Effekte zusammen. Die Arzneistoffe erhöhen den Blutzuckerspiegel, indem sie die hepatische Gluconeogenese fördern und gleichzeitig die Glucoseaufnahme und -verwertung in den Körperzellen hemmen. Die Hyperglykämie stimuliert die Insulinsekretion und das fördert die Fetteinlagerung. Glucocorticoide regen den Appetit an und verändern die Fettverteilung.

Bei langfristiger Einnahme von Dosen oberhalb von 10 bis 15 mg Prednisolon-Äquivalent kann sich das klinische Bild des Morbus Cushing mit stammbezogener Adipositas, Vollmondgesicht und Büffelnacken ausbilden.

Bei Kurzzeittherapie und niedrigen Erhaltungsdosen unter 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent ist das Risiko in der Regel gering. Eine Studie der Charité Berlin zeigte, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis unter niedrig dosierten Glucocorticoiden im Schnitt nur 1,1 kg mehr als die Kontrollgruppe zunahmen (13).

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