Bei der Wahl in Berlin wurde die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp stärkste Kraft vor der CDU. / © Imago/Anadolu Agency
Laut der Hochrechnung wird die Linke bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 25,5 Prozent stärkste Kraft. Sie liegt leicht vor der CDU, die auf 18,9 Prozent kommt. Dahinter folgt die AfD (16,1 Prozent) und das Bündnis 90/Die Grünen (14,4 Prozent).
Die SPD folgt mit etwas Abstand mit 12,1 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis in der Hauptstadt jemals. Aktuell schafft das BSW den Einzug ins Abgeordnetenhaus nicht (4,7 Prozent) und auch die FDP ist sicher nicht drin.
Während die derzeit regierende CDU im Vergleich zur Wahl 2023 Verluste hinnehmen musste (-9,3 Prozentpunkte), konnte die Linke mit Spitzenkandidaten Elif Eralp deutlich zulegen (+13,3). Die Grünen müssen leichte Verluste (-4,1) hinnehmen, die SPD deutliche (-6,3), die AfD konnte zulegen (+7,0).
Damit hat die Linke den Auftrag zur Regierungsbildung. Eine deutliche Mehrheit hätte eine rot-grün-rote Koalition, größtes Streitthema die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne sein – das Wahlkampfthema Nummer eins der Linken wird vor allem in Reihen der SPD kritisch gesehen. CDU, Grüne und SPD könnten gegebenenfalls eine sogenannte Kenia-Koalition bilden, die knappen Mehrheitsverhältnissen hängen auch davon ab, ob es das BSW ins Abgeordnetenhaus schafft.
Wegen Pannen bei der Wahl 2021 musste diese 2023 wiederholt werden – und führte zu einem Regierungswechsel. Seitdem reagiert in der Hauptstadt eine schwarz-rote Koalition. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verzichtete nach dem verpatzten Umgang mit dem Stromausfall in der Hauptstadt im Januar auf eine erneute Spitzenkandidatur. Für ihn war Stefan Evers an der Spitze der CDU angetreten.
Die PZ hat vor der Wahl mit den Spitzenkandidaten der Parteien gesprochen: