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Landtagswahl Sachsen-Anhalt
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»Lassen wir in unseren Apotheken keinen Platz für Rassismus«

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag könnte die AfD laut aktuellen Umfragen stärkste Kraft werden. Zahlreiche Stimmen aus Politik und Gesellschaft warnen vor den möglichen Folgen. PTA René Kreibich fordert die Apothekerschaft dazu auf, Haltung zu zeigen.
AutorKontaktPZ
Datum 03.09.2026  13:00 Uhr
»Lassen wir in unseren Apotheken keinen Platz für Rassismus«

Bei der Wahl zur neuen Regierung in Sachsen-Anhalt am 6. September liegt die AfD vorne. Laut neuesten Wahlumfragen erreicht sie 41,7 Prozent, die CDU kommt auf 22,2 Prozent. Es folgen die Linke mit 12,1 Prozent, die SPD mit 8 Prozent und die Grünen mit 5,6 Prozent. Das BSW erreicht demnach 3,7 Prozent und die FDP 3,1 Prozent. Damit scheitern beide Parteien aktuell an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die PZ hat sich das Wahlprogramm der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften AfD in Sachsen-Anhalt angesehen. Apotheken werden darin nicht erwähnt, dafür aber die regionalen Gesundheitszentren. Außerdem fordert die Partei, die »Willkommenspropaganda« für »kulturfremde« Fachkräfte zu beenden. Dies rief Kritik der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt hervor. Sie wiesen auf den bereits heute bestehenden Ärztemangel im Land hin.

»Wir sind für alle Menschen da«

Auch in der Apothekerschaft gibt es kritische Stimmen zum Thema AfD. René Kreibich, PTA in der Ahorn-Apotheke in Frankfurt am Main, betonte gegenüber der PZ: »Wir sind Menschen für Gesundheit. Wir sind für alle Menschen da. Unabhängig davon, woher jemand kommt, welche Sprache er spricht, welcher Religion er angehört oder wen er liebt. Das ist für uns in der Apotheke keine politische Haltung, sondern Teil unseres beruflichen und menschlichen Selbstverständnisses«, so Kreibich. »Gerade deshalb dürfen wir nicht schweigen, wenn unsere Demokratie und unser gesellschaftliches Miteinander unter Druck geraten.«

Mit Blick auf seine eigene Geschichte sagt er: »Ich selbst bin in Weimar geboren. Meine Eltern sind mit mir in die Bundesrepublik geflüchtet, ich mit drei auf einem Schlauchboot. Sie haben sich für ein Leben in einer Demokratie entschieden. Heute muss ich erleben, dass ich wieder Sorge haben muss, ob diese Demokratie ausreichend geschützt ist und wie lange sie selbstverständlich bleiben wird.« 

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