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Landtagswahlen Sachsen-Anhalt
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Willingmann: »Wir sind große Fans der Landapothekerquote«

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat die PZ den Spitzenkandidaten der SPD, Armin Willingmann, getroffen. Zwar sei die in der Vergangenheit eingeführte Landarzt- und Landzahnarztquote bisher »überschaubar erfolgreich«, doch insbesondere mit Blick auf den ländlichen Raum könne er sich eine solche Quote auch für Apotheken vorstellen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 27.08.2026  18:00 Uhr

Einige Kompetenzerweiterungen für Apotheken habe es durch die kürzlich vorgenommenen gesetzlichen Novellierungen im Apothekensektor bereits gegeben, so Willingmann im Interview mit der PZ. Diese seien Folgen der Pandemie. »Wir reden hier über das Impfen und andere Maßnahmen«, so der Sozialdemokrat. »Weiteres mag da auch dazu kommen«, prognostiziert er für die Zukunft.

»Gerade wir in Sachsen-Anhalt stellen ja fest, in den urbanen Zentren und in den urbanen Räumen ist die Versorgung erstklassig oder jedenfalls sehr gut«, analysiert Willingmann. Um das Gesundheitswesen auch für die Zukunft krisensicher aufzustellen, brauche es demnach zuverlässige Rahmenbedingungen. Die Verantwortlichkeit hierfür sehe er beim Bund.

Um die ländliche Versorgungsstruktur zu stärken, könne sich Willingmann eine Landapothekerquote vorstellen, er begrüße sie sogar: »Wir sind große Fans dieser Quoten, da machen wir keinen Hehl draus«, so der Kandidat. Einerseits sei die in der Vergangenheit eingeführte Landarzt- und Landzahnarztquote bisher noch überschaubar erfolgreich, andererseits müsse man dennoch Anreize setzen. »Grundsätzlich ist gegen eine Landapothekerquote nichts zu sagen, jedenfalls wenn man sich vorstellt, dass wir an dieser Stelle damit für den tatsächlich künftig schlechter versorgten ländlichen Raum noch mal Apothekenkraft erzeugen.« Dies bestätigte er auch mit Blick auf die nächste Legislaturperiode.

Gesundheit: Das hat die SPD in Sachsen-Anhalt vor

Mit mobilen Angeboten, regionalen Versorgungszentren, neuen Kooperationsformen und digitaler Unterstützung möchte die SPD Sachsen-Anhalt die Versorgung auch in ländlichen Regionen sicherstellen. Zudem will sie die ambulante und stationäre Versorgung stärker miteinander verzahnen. »Sektorengrenzen dürfen nicht zu Versorgungslücken führen.« Die positiven Erfahrungen mit telemedizinischen Projekten sollen genutzt und flächendeckend ausgebaut werden.

Zudem will sie die Praktikumsprämie auf Gesundheitsberufe ausweiten. »Wir setzen weiterhin auf Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsberufen und die Zahlung von Ausbildungsvergütungen«, heißt es in ihrem Wahlprogramm.

Die SPD Sachsen-Anhalt will die bestehenden Krankenhäuser und Geburtsstationen sichern. Hebammengeführte Kreißsäle sollen gezielt ausgebaut werden. Darüber hinaus will sie sich für die Sicherung der Krankenhauslandschaft engagieren und bei erforderlichen Rekommunalisierungen finanzielle Unterstützung leisten. Die gemeindepsychiatrischen Verbünde will die SPD stärken.

Sie fordert die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und möchte die Beratungspflicht durch einen Rechtsanspruch auf Beratung ersetzen. Darüber hinaus sollen Schwangerschaftsabbrüche Bestandteil des Lernzielkatalogs im Medizinstudium werden. Menstruationsprodukte sollen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Hochschulen und öffentlichen Gebäuden kostenfrei zur Verfügung stehen.

Um ein möglichst langes Leben in Selbstständigkeit und im eigenen Wohnumfeld zu ermöglichen, will die Partei auch Versorgungsnetzwerke vor Ort stärken. Ein freiwilliger »Senioren-Check« ab dem 65. Lebensjahr soll dabei helfen, Einschränkungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventionsmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus will die SPD Ansätze zur Förderung gesunder Ernährung in Kitas, Schulen und Seniorenheimen, Angebote der Landesvereinigung für Gesundheit sowie präventive Formate wie die Herzwoche weiterführen.

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