| Alexandra Amanatidou |
| 26.08.2026 09:00 Uhr |
Sven Schulze ist Ministerpräsident und Spitzenkandidat der CDU in Sachsen-Anhalt. Während des Wahlkampfs erhielt er Unterstützung von der ehemaligen Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). / © Rayk Weber
Zwar gebe es den Versandhandel, »aber die Apotheke vor Ort mit der fachlichen Beratung vor Ort, die ist nicht zu ersetzen«, sagt Sven Schulze im Gespräch mit der PZ.
Zu den Maßnahmen, die er als Ministerpräsident ergreifen könnte, gehört auch die Landapothekerquote, wie sie bereits in Mecklenburg-Vorpommern etabliert ist. »Ich halte das durchaus auch für ein Modell für Sachsen-Anhalt. Wir müssen uns jetzt mal anschauen, welche Rahmenbedingungen dazu auch nötig sind.«
Die Politik müsse die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zur Chefsache machen. Denn in einem Land, in dem das Durchschnittsalter der Bevölkerung leicht höher sei als in anderen Bundesländern, sei »die medizinische Versorgung das A und O«.
»Gesundheitsprävention wird in allen Lebensphasen verankert«, heißt es im Wahlprogramm der CDU für Sachsen-Anhalt. Außerdem plant die Partei die Schaffung zusätzlicher Studienplätze für Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie.
»Die Herstellung medizinischer Produkte und Arzneimittel im Land sichern und bauen wir aus – für mehr Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit«, heißt es in dem Wahlprogramm. Außerdem will die Partei die Universitätskliniken zu »Innovationsmotoren« entwickeln und sie stärker mit regionalen Versorgern vernetzen.
Die CDU in Sachsen-Anhalt möchte bis 2030 die Krankenhausstandorte zu »profilierten Zentren innerhalb regionaler Versorgungsnetzwerke« entwickeln und eine »leistungsfähige digitale Infrastruktur in Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen« schaffen. Im Bereich der Notfallversorgung strebt die CDU Sachsen-Anhalt einen Masterplan für Boden- und Luftrettung, den flächendeckenden Einsatz von Telenotarzt-Teams, Gemeindenotfallsanitäterinnen, Gemeindenotfallsanitätern und moderner Leitstellentechnik an.
Der 47-Jährige war von 2014 bis 2021 Mitglied des Europäischen Parlaments und anschließend bis zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt. Der Quedlinburger ist seit März 2021 Vorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt, seit Januar 2026 Ministerpräsident des Landes und damit der jüngste amtierende Ministerpräsident Deutschlands. Er folgte auf Reiner Haseloff. Einen Monat später forderte er eine Arbeitspflicht für Bürgergeldempfängerinnen und Bürgergeldempfänger.