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Berlin-Wahl
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Jarasch: Apotheken können »stigmatisierungsfrei« beraten

Bettina Jarasch und Werner Graf bilden das Spitzenduo von Bündnis 90/Die Grünen für Berlin. Sie wollen Berlin zu einer »altersfreundlichen Stadt« machen und das Bewusstsein der Menschen für die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise stärken. Die PZ hat mit Bettina Jarasch über die Rolle der Apotheken im Wahlprogramm ihrer Partei gesprochen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 11.09.2026  07:00 Uhr

Jarasch wünscht sich, dass Apotheken zu niedrigschwelligen Anlaufstellen für Informationen zur Hitzeprävention werden. Sie könnten darüber informieren, »wo es kühle öffentliche Orte gibt, an denen man sich kostenlos abkühlen und aufhalten kann, wenn die eigene Wohnung das nicht hergibt«, so die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen gegenüber der PZ. 

Apotheken seien besonders für ältere Menschen »sehr viel mehr als der Ort, wo man sich seine Medikamente abholt«. Für diese Menschen sei der Arztbesuch oft mit einem großen Aufwand verbunden. Da sei die wohnortnahe Apotheke, die man seit Jahren kenne, oft der Ort, an dem Menschen ihre Probleme ansprechen könnten.

Jarasch findet zudem, dass Apotheken Menschen mit Medikamentensucht auch »niedrigschwellig« und »stigmatisierungsfrei« beraten können. »Weil es in der Apotheke einfach auffällt, wenn ein Kunde oder eine Kundin sehr häufig bestimmte Medikamente kauft«, so die Grünen-Politikerin. 

Das Wahlprogramm der Grünen in Berlin zum Thema »Gesundheit«

»Präventiv vor ambulant vor stationär«, lautet das Motto von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Wahlkampf. Die Partei möchte alle von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfungen »niedrigschwellig und wohnortnah« zugänglich machen, beispielsweise in Apotheken oder über mobile Angebote. Apotheken sollen zudem eine Rolle in integrierten Gesundheitszentren spielen, die interdisziplinär besetzt werden sollen.

Berlin soll laut dem Wahlprogramm der Grünen Modellregion für die »legale Abgabe von Cannabis« werden. Auch das Berliner Drug-Checking-Projekt soll ausgebaut werden. Im Bereich psychische Gesundheit will die Partei Entstigmatisierung, Prävention und Früherkennung sowie den Ausbau der Angebote erreichen.

Aus wirtschaftlicher Sicht sei Berlin eine Gesundheitsstadt. Die Grünen möchte, dass die Hauptstadt Vorreiterin einer klimaneutralen und kreislaufbasierten Grundstoffindustrie wird. Zu diesem Zweck sollen Forschung, innovative Unternehmen und gute Arbeitsplätze in den Branchen Chemie, Pharma und Kosmetik gestärkt werden. Auch die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups soll gefördert werden.

Die Arbeitsbedingungen für Hebammen und Pflegekräfte sollen attraktiver gemacht werden. Die Pflege soll »selbstbestimmt, wohnortnah, inklusiv und kultursensibel« gestaltet werden. Die Grünen werben für den Ausbau der von den Krankenkassen finanzierten Angebote in der Reproduktionsmedizin. Im Fall von Schwangerschaftskonflikten soll eine niedrigschwellige und mehrsprachige Beratung angeboten werden. Auch »Community Health Nurses« (CHN) sollen in allen Bezirken laut deren Wahlprogramm eingesetzt werden. Sie sind erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Fragen der Krankheitsprävention. Zudem sollen der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) und die Hospiz- und Palliativlandschaft gestärkt werden. Künstliche Intelligenz soll als niedrigschwellige Versorgungsmöglichkeit mitgedacht werden.

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