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Berlin-Wahl
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Evers will die Vor-Ort-Apotheken in den Außenbezirken erhalten

Die PZ hat ein Interview mit dem Spitzenkandidaten der CDU für Berlin geführt. Stefan Evers ist aktuell Finanz- und Kultursenator in Berlin, kennt sich aber auch mit Apotheken aus. Sie sollen Prävention stärker in den Alltag integrieren. Zusätzliche Aufgaben müssten aber angemessen vergütet werden. 
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 08.09.2026  13:00 Uhr
Evers will die Vor-Ort-Apotheken in den Außenbezirken erhalten

PZ: Apotheken sollen eine größere Rolle bei der Prävention spielen. Mit welcher Unterstützung können Berliner Apotheken von Ihnen rechnen? 

Evers: Apotheken sind für uns wichtige niedrigschwellige Gesundheitszentren. Sie sind wohnortnah erreichbar und erreichen auch Menschen, die Präventionsangebote bislang wenig nutzen. Deshalb wollen wir ihre Rolle über die Arzneimittelversorgung hinaus stärken und Prävention stärker in den Alltag integrieren. Dazu gehören leicht zugängliche Angebote wie Impfungen sowie Blutdruck- und Blutzuckermessungen. Prävention muss die Menschen stärker aktivieren und dort erreichen, wo sie ihren Alltag verbringen. Zusätzliche Aufgaben müssen allerdings angemessen vergütet werden und dürfen nicht zu neuer Bürokratie führen. 

Apotheken außerhalb des Stadtzentrums sind in der Regel nicht rentabel, weshalb sich eine Übernahme meist nicht lohnt. Wie könnte die CDU hier helfen? 

Evers: Unser Ziel ist eine flächendeckende und wohnortnahe Arzneimittelversorgung in ganz Berlin. Gerade in den Außenbezirken wollen wir Vor-Ort-Apotheken erhalten und als niedrigschwellige Gesundheitszentren stärken. Zusätzliche Aufgaben in Prävention und Beratung können ihre wirtschaftliche Basis verbreitern – vorausgesetzt, diese Leistungen werden angemessen vergütet. Zugleich brauchen Apotheken insgesamt bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Forderung nach einer auskömmlichen Vergütung unterstützen wir. Dabei müssen steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten ebenso berücksichtigt werden wie die besonderen Leistungen der Vor-Ort-Apotheken, etwa Notdienste, Rezepturen, persönliche Beratung und die Versorgung von Pflegeeinrichtungen. 

Auch Wettbewerbsnachteile gegenüber dem ausländischen Versandhandel mit verschreibungspflichten Arzneimitteln wollen wir angehen und dabei gegebenenfalls Initiativen auf Bundes- oder Länderebene ergreifen. Weniger Bürokratie, eine angemessene Vergütung und zurätzliche honorierte pharmazeutische Leistungen sind für uns die entscheidenden Hebel, damit Betrieb und Übernahme einer Apotheke auch außerhalb hochfrequentierter Innenstadtlagen wieder attraktiv werden.

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