| Alexandra Amanatidou |
| 10.09.2026 11:00 Uhr |
Kristin Brinker, Spitzenkandidatin der AfD, ist seit 2016 Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus. Seit 2021 ist sie Fraktions- und Landesvorsitzende der Berliner AfD. Sie war im Sommer 2023 Gast bei einem Treffen mit Rechtsextremen, bei dem auch der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner anwesend war. / © Kristin Brinker / AfD-Hauptstadtfraktion
Die AfD möchte die pharmazeutische Produktion weitestgehend nach Deutschland zurückverlagern. Auf die Frage, wie die EU-skeptische Partei das erreichen möchte, lachte Kristin Brinker und entgegnete, ihre Partei sei »EU-freundlich«. »Wir sind nur kein Freund von zu vielen Regularien und Regeln.« Tatsächlich sprach AfD-Chefin Alice Weidel im ZDF-Sommerinterview jedoch vom Schengen-Austritt, während Teile der AfD sogar die Abkehr vom Euro fordern. Nach dem Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, bei denen die AfD stärkste Kraft wurde, warnte zudem die Pharmaindustrie vor einer AfD-Regierung.
Mit Blick auf die Pharmaindustrie sagt Brinker: »Wir müssen hier noch einmal gemeinsam an einem Strang ziehen. Das ist keine Sache, die von heute auf morgen funktioniert, sondern ein grundlegendes Thema. Am Ende kann aber auch die pharmazeutische Branche davon profitieren, wenn wir die Weichen insgesamt anders stellen.« Wie genau sie die Pharmaindustrie stärken will, sagte sie nicht.
Außerdem will die AfD den Arzneimittelgroßhandel dazu verpflichten, mindestens die Menge des durchschnittlichen Zwei-Monats-Bedarfs an versorgungsrelevanten Arzneimitteln vorzuhalten. Der pharmazeutische Großhandel in Deutschland ist aktuell gesetzlich dazu verpflichtet, einen ständigen Vorrat an Arzneimitteln bereitzustellen, der den durchschnittlichen Bedarf für zwei Wochen deckt. Brinker will über die Verträge mit den Krankenhäusern Charité und Vivantes »die Bevorratung zumindest schon mal anstoßen« und für »mehr Depot« sorgen. »Ansonsten ist auch das ein Thema, das wir natürlich nicht alleine in Berlin lösen können.«
Ihre Partei strebt außerdem über die Hochschulverträge eine Erweiterung des Studienplatzangebots für Pharmazie an. »Im Moment haben wir in diesem Fachgebiet ungefähr 800 Studierende. Das ist definitiv zu wenig. Wir wissen, dass wir in absehbarer Zeit mehr approbierte Apotheker brauchen.«