| Cornelia Dölger |
| 08.09.2026 09:50 Uhr |
Wer den Pharmastandort stärken will, muss Offenheit, Wissenschaftsfreiheit und internationale Zusammenarbeit sichern, mahnen die Pharmaverbände nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. / © Adobe Stock/Bogdan
»Pharma ist international«, unterstreicht Pharma Deutschland – sowohl was Wirtschaftsbeziehungen als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angehe. »Die Pharmabranche ist darauf angewiesen, die besten Köpfe ungeachtet ihrer Herkunft beschäftigen zu können«, so Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann. Innovationen und Arzneimittelgrundversorgung benötigten ein weltoffenes gesellschaftliches Klima. »Ohne diese Voraussetzungen ist die zukünftige Pharmaproduktion nicht nur erheblich erschwert, sondern neue Ansiedlungen und Investitionen auch unwahrscheinlicher.« Während Sachsen-Anhalt den Wechsel gewählt habe, brauche die Pharmaindustrie Kontinuität.
Auch die forschenden Pharmaunternehmen heben die Bedeutung von Offenheit und Rechtsstaatlichkeit hervor. Wirtschaftliche Stabilität und Innovationskraft seien nur unter solchen Voraussetzungen möglich, so der Branchenverband vfa. »Dafür ist es unerlässlich, dass die Parlamente und Landesregierungen in Deutschland auf Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung agieren.«
Die Mitgliedsunternehmen stünden für Spitzenforschung und entwickelten und erforschten unter erheblichem zeitlichem, personellem und finanziellem Aufwand Arzneimitteltherapien der Zukunft. »Globale Vernetzung ist dabei ebenso wichtig wie wissenschaftliche Evidenz«, unterstreicht der vfa. Daher seien demokratische Verlässlichkeit und eine globale Orientierung »nicht nur politische Grundwerte, sondern auch unverzichtbare Voraussetzungen für einen starken und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort«. Diese Voraussetzungen gelte es nun zu sichern.
»Die verlässlichen Rahmenbedingungen einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Ordnung« mahnt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) an. Die pharmazeutische Industrie sei eine international arbeitsteilige Industrie. Um erfolgreich zu sein, brauche es auch Expertinnen und Experten aus anderen Ländern.
Unabdingbar seien zudem die Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit sowie der Zugang zu Fachkräften auch auf dem internationalen Markt. »Eine mögliche neue Landesregierung muss diese Aspekte unbedingt berücksichtigen, um dem Standort nicht zu schaden.«