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Transpersonen
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Hormontherapie verändert die Haut

Hormontherapien verändern Haut, Haare und Schleimhäute bei transidenten Menschen deutlich. Welche dermatologischen Effekte typisch sind, wo Risiken liegen und wie Apothekenteams gezielt zu Hautpflege und Medikation beraten können – ein praxisnaher Überblick.
AutorKontaktMaxine Bennek
Datum 16.08.2026  08:00 Uhr

Hyperpigmentierung und Haarentfernung

Nach irritativen Hautreaktionen, Akneläsionen oder Haarentfernungsverfahren können postinflammatorische Hyperpigmentierungen auftreten. Da viele Transfrauen mehrere kosmetische Behandlungen parallel durchführen lassen, wird der Zusammenhang zwischen Hautirritation und Pigmentverschiebung häufig unterschätzt.

So kommen Melasma-artige Pigmentflecken – braune bis graubraune Flecken im Gesicht – häufiger vor. Ein konsequenter, ganzjähriger Sonnenschutz (LSF 50) ist besonders wichtig – auch ohne direkte Sonnenexposition, da UV A-Strahlen eine erneute Pigmentierung fördern können. Ergänzend können Wirkstoffe wie Niacinamid oder Azelainsäure (15- bis 20-prozentig) eingesetzt werden. Stärker wirksame Substanzen wie Hydrochinon sind verschreibungspflichtig.

Eine häufige Frage lautet: Verschwindet der Bart unter einer Estrogentherapie? Die Antwort ist differenziert und sollte so auch gegeben werden: Die Talgproduktion und das Wachstum androgenabhängiger Körperbehaarung nehmen ab, bereits ausdifferenzierte Gesichtshaarfollikel bilden sich aber meist nicht vollständig zurück (5, 12).

Wer eine dauerhafte Haarentfernung wünscht, hat zwei Optionen: Die Laserepilation arbeitet schneller und großflächiger, wirkt aber am besten bei dunklem Haar und hellerer Haut und erfordert mehrere Sitzungen im Abstand von vier bis acht Wochen. Die Elektroepilation ist langsamer und schmerzhafter, funktioniert dafür unabhängig von Haar- und Hautfarbe und gilt als dauerhaft.

Vor einer Laser- oder Elektroepilation sollte die Person keine sonnengebräunte Haut aufweisen oder Selbstbräuner verwendet haben. In den Tagen vor und nach der Behandlung sind Retinoide und Säuren zu pausieren. Nach der Epilation helfen kühlende, reizarme Produkte mit Panthenol oder Aloe vera sowie konsequenter Lichtschutz, um eine postinflammatorische Hyperpigmentierung zu vermeiden.

Auch wenn dies nicht zum pharmazeutischen Kernbereich zählt, lohnt sich ein kurzer Hinweis: Grün- oder gelblich getönte Color-Correcting-Stifte neutralisieren bläulichen Bartschatten besser als reine Abdeckcremes; eine nicht komedogene Grundierung verhindert, dass die zusätzliche Schicht die ohnehin empfindliche Haut weiter reizt (13).

Hautsituation Eher empfehlenswert Eher zurückhaltend einsetzen
Akne unter Testosteron Benzoylperoxid (2,5 bis 5 Prozent), Adapalen/Retinoide (einschleichen), Azelainsäure (15 bis 20 Prozent), leichte Gel-Texturen Kokosöl, Isopropylmyristat, hoch­konzentriertes Lanolin, mechanische Peelings, Wirkstoffkombination ohne Eingewöhnungsphase
Trockene/empfindliche Haut unter Estrogenen Ceramide, Cholesterol, Glycerin, Hyaluronsäure, Panthenol, Niacinamid hochprozentige AHA-/BHA-Säuren, alkoholhaltige Gesichtswasser, Natriumlaurylsulfat
Pigmentflecken/postinflammatorische Hyperpigmentierung Lichtschutz mit LSF 50, Niacinamid, Azelainsäure eigenständige Anwendung von Hydrochinon (rezeptpflichtig)
Rund um Laser- oder Elektroepilation Panthenol, Aloe vera, Lichtschutz Retinoide und Säuren drei bis fünf Tage vor und nach der Behandlung meiden
Tabelle 3: Empfehlenswerte und potenziell weniger geeignete Inhaltsstoffe bei verschiedenen Hautzuständen
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