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Transpersonen
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Hormontherapie verändert die Haut

Hormontherapien verändern Haut, Haare und Schleimhäute bei transidenten Menschen deutlich. Welche dermatologischen Effekte typisch sind, wo Risiken liegen und wie Apothekenteams gezielt zu Hautpflege und Medikation beraten können – ein praxisnaher Überblick.
AutorKontaktMaxine Bennek
Datum 16.08.2026  08:00 Uhr

Hautpflege und Medikation bei Akne

Eine milde, nicht schäumende Reinigung mit synthetischen Detergenzien (Syndets) statt Seife zweimal täglich reicht in der Regel aus. Produkte mit dem Hinweis »nicht komedogen« oder »ölfrei« sind vorzuziehen; Vorsicht ist geboten bei stark okklusiven Inhaltsstoffen wie Kokosöl, Isopropylmyristat oder hochkonzentriertem Lanolin, die Komedonen begünstigen können. Das Apothekenteam sollte außerdem aktiv ansprechen, dass übertriebenes Peeling oder mechanisches Ausdrücken der Hautunreinheiten Akne meist verschlimmern.

Benzoylperoxid wirkt antimikrobiell und komedolytisch; höhere Konzentrationen als 2,5 bis 5 Prozent sind nicht zwingend wirksamer, reizen aber stärker – ein guter Kompromiss ist die kurze Einwirkzeit als »Wash-off«: Das Produkt wird dabei für zwei bis drei Minuten auf die feuchte Haut aufgetragen, dann gründlich abgespült – die Wirkung bleibt erhalten, während Rötung und Austrocknung deutlich geringer ausfallen als beim Einwirkenlassen über Nacht. Topische Retinoide wie 0,1-prozentiges Adapalen sollten eingeschlichen und zunächst zwei- bis dreimal pro Woche abends aufgetragen werden. Am nächsten Tag ist Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 bis 50 wegen der erhöhten Photosensibilität obligatorisch.

15- bis 20-prozentige Azelainsäure ist eine gut verträgliche Alternative, die zusätzlich gegen postinflammatorische Hyperpigmentierung wirkt, die bei dieser Patientengruppe häufig als Begleitproblem auftritt.

Bleibt der Erfolg nach sechs bis acht Wochen aus, bilden sich Narben oder besteht deutlicher psychischer Leidensdruck, sollte das Apothekenpersonal zum Arztbesuch raten. Akne wird von Transmännern selbst häufig zunächst bagatellisiert oder sogar als erwünschtes Zeichen der Testosteronwirkung gedeutet, kann aber erheblich belasten (8).

Eine französische Leitlinie zum Aknemanagement unter hormoneller Transition empfiehlt ein klar gestuftes Vorgehen von topischer Fixkombination bis hin zu Isotretinoin (9). Bei stärker entzündlichen Verlaufsformen kommen häufig orale Tetracycline wie Doxycyclin zum Einsatz. Für die Beratung in der Apotheke sind dabei insbesondere die erhöhte Photosensibilität sowie mögliche Wechselwirkungen relevant. Calcium-, Magnesium- oder Eisenpräparate können die Resorption deutlich vermindern und sollten daher zeitlich versetzt eingenommen werden. Für einen optimalen Schutz empfiehlt sich laut medizinischem Konsens oft die Einnahme von Doxycyclin zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach den entsprechenden Mineralstoffen. Gerade bei jungen Erwachsenen, die zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel oder Sportpräparate verwenden, wird dieser Aspekt häufig übersehen (9).

Wichtig für die Beratung: Antiandrogene Aknetherapien wie Spironolacton sind bei Transmännern in der Regel nicht sinnvoll, da sie dem gewünschten Effekt der Testosterontherapie entgegenwirken (4, 9).

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