Eine psychotrope Begleitmedikation ist bei Transpersonen häufiger als in der Allgemein-bevölkerung. Sie kann mit anticholinergen Effekten einhergehen. / © Getty Images/Hazal Ak
Eine psychotrope Begleitmedikation ist bei Transpersonen häufiger als in der Allgemeinbevölkerung, da sie öfter an Depressionen und Angststörungen im Zusammenhang mit Diskriminierungserfahrungen leiden. Klinisch relevant sind anticholinerge Effekte und die damit verstärkte Mund- und Schleimhauttrockenheit.
Solche Beschwerden sind bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin meist ausgeprägter als bei den meisten SSRI oder SNRI. Konkret helfen hier eine alkoholfreie Mundspülung und reizarme Lippenpflege. Bei starker Beeinträchtigung ist es sinnvoll, mit der verordnenden Praxis zu sprechen.
Entscheidender als spezielle Fachkenntnisse zur Transition ist eine sachliche und respektvolle Beratung. / © Getty Images/Westend61
Die meisten Unsicherheiten in der Beratung beginnen nicht bei der Pharmakologie, sondern bei der Ansprache der Ratsuchenden. Zwei Punkte reichen in der Praxis meist aus: sich am Namen und den Pronomen orientieren, mit denen die Person sich vorstellt oder die sie auf Nachfrage benennt; und keine Annahmen über Anatomie oder reproduktive Möglichkeiten treffen, wo immer das nicht direkt notwendig ist.
Das Apothekenteam muss keine vollständige Expertise zu jeder medizinischen Facette der Transition haben – entscheidend ist eine sachliche, respektvolle Grundhaltung, die die Menschen und ihre Fragen ernst nimmt.
Maxine Bennek ist approbierte Apothekerin, Kosmetikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Autorin mit den Schwerpunkten Dermatologie und Ästhetik. Sie kombiniert naturwissenschaftliche Präzision mit einem ganzheitlichen Verständnis von Hautgesundheit und Well-Aging. Als promovierende Forscherin an der Universität Hamburg sowie als unabhängige Expertin entwickelt sie evidenzbasierte Konzepte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kosmetik und Praxis.