| Daniela Hüttemann |
| 21.09.2026 15:00 Uhr |
Gerade bei diesen Schnittstellen läuft es noch nicht rund – auch öffentliche und Krankenhausapotheken könnten hier mehr kommunizieren, gaben Scharpf und Fedders zu. Man könne zum Beispiel mehr für die Patienten tun, wenn Informationen von der Kollegin im Krankenhaus kommen, dass zum Beispiel Schluckbeschwerden vorliegen, der Patient die Medikamente am besten verblistert braucht oder die Anwendung noch einmal geübt werden soll. Umgekehrt könne die betreuende Vor-Ort-Apotheke den Krankenhausapothekern bei der Aufnahme am ehesten bei Fragen zur aktuellen Medikation helfen.
Scharpf hofft, dass moderne Kommunikationstools wie KIM und die elektronische Patientenakte hier den Durchbruch bringen werden. Aber auch damit bleibe die Frage zu klären: Wer kümmert sich wann um was?, warf Dr. Christiane Eickhoff ein, die als Apothekerin im Bereich Versorgungskonzepte der ABDA tätig ist. Es brauche zudem jemanden, der die Gesamtheit der Betreuung im Blick habe.
Das kann aus Schliebens Sicht am besten die Pflege. »Wir denken in Zusammenhängen, ob zum Beispiel ein zusätzliches Medikament die Sturzgefahr erhöht oder für einen Demenzkranken geeignet ist.« Gerade in der Betreuung von häuslichen Patienten sei es die Pflege, die sieht, wenn ein Patient trotz optimiertem Medikationsplan mit den Arzneimitteln überfordert ist. »Die Menschen kommen auf Ideen – das glauben Sie nicht«, so Schlieben. Als Pflege schaue man auch mal, was im Kühlschrank und im Mülleimer lande. »Mit diesem Wissen müssen wir auch zu Ihnen in die Apotheke kommen, vor allem, wenn der Patient gerade eine Krise erlebt.«
»Hand in Hand statt Hierarchie« – das wünschten sich alle Gesundheitsberufe auf dem Podium. Kompetenzkonflikte habe man nur mit den Ärzten. Schlieben bestätigte: Zwischen Apothekern und Pflegekräften laufe es unkompliziert. Man schätzt sich gegenseitig.
Ob Apotheker, Physiotherapeuten, Pflegekräfte oder auch Hebammen, Ergotherapeuten und PTA – »das sind alles wichtige Berufsgruppen, die sich einmal gemeinsam an einen Tisch setzen sollten, um zu besprechen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es gibt und wie sich die Probleme des Patienten lösen lassen«, bekräftigte Apothekerin Eickhoff.