Franziska Scharpf, Präsidentin der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK), ist der Meinung, dass Apotheken derzeit einen grundsätzlichen Rollenwechsel durchlaufen. / © ABDA/Trenkel
Die Reform ist vollbracht. »Ich glaube, wir erleben gerade einen grundsätzlichen Rollenwechsel«, sagte Franziska Scharpf, Präsidentin der Bayerischen Landesapothekerkammer, gleich zu Beginn des »Pharma Lunch Talks«. Die Reform werde die Apotheken und ihr Berufsbild über Jahrzehnte hinweg prägen. »Die Apotheke entwickelt sich immer stärker vom Ort der Arzneimittelabgabe hin zu einem Ort der Versorgung.« Sie müssten weg von der reinen Produktperspektive und stärker hin zu einer Versorgungsperspektive.
Auch Nadine Metzger, Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie und Vizepräsidentin der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), betonte, dass verschiedene Faktoren wie steigende Betriebskosten, knappe Personalressourcen, geringere Gewinne und der Versandhandel diesen Wandel erforderlich machen werden.
Metzger bekräftigte, dass Apotheken nicht mehr nur Medikamente abgeben und beraten sollen, sondern auch Prävention betreiben und eine Art Gesundheitszentrum sein sollen. »Aber es ist auch eine tolle Entwicklung für den Beruf. Und es ist auch etwas, das den Beruf am Schluss aus meiner Sicht nachhaltig stärken wird.«
Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen sagte Metzger: »Der Nachwuchs wird es mit der Muttermilch aufsaugen. Der wird es gar nicht mehr anders kennen.« Für ältere Apothekerinnen und Apotheker sei das jedoch eine große Veränderung. »Gerade auch für die Inhaber, die die Strukturen neu aufbauen müssen.«
Ulrich Jaehde, der Präsident der DPhG, betonte, dass es zunehmend schwieriger werde, einen Arzttermin zu bekommen. Auch Apotheken könnten bei kleineren Problemen helfen. Mit der Reform seien mehrere Schritte in Richtung Gesundheitszentren gemacht worden. »Und deswegen ist es so wichtig, dass diese Schritte auch von möglichst vielen Apotheken – ich will nicht sagen allen, weil ich bin auch Realist – aber von möglichst vielen Apotheken mitgegangen werden«, so der Präsident.