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Inkretinmimetika
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Eine GLP-1-Therapie muss begleitet werden

Mögliche Mangelernährung, Muskelabbau und unerwünschte Arzneimittelwirkung – eine Inkretinmimetika-Therapie muss professionell begleitet werden. Das machte der Ernährungswissenschaftler Professor Dr. Martin Smollich bei der Expopharm in München deutlich. Die Apotheken sieht er hier in einer Schlüsselposition.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 18.09.2026  15:00 Uhr

Inkretinmimetika wie Semaglutid oder Tirzepatid sind sehr wirksame Substanzen, die zu einem starken Gewichtsverlust führen. Das machte der Apotheker und Ernährungsexperte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck bei der Pharmafachmesse Expopharm in München deutlich. Dabei muss die Abnehmtherapie dringend fachlich begleitet werden.

Die Substanzen wirken unter anderem, indem sie den Appetit reduzieren und die Magenentleerung verlangsamen. Die Patienten essen entsprechend weniger und nehmen Gewicht ab. Laut Studien sinkt aber nicht nur der Appetit, sondern es verändert sich auch die Geschmackspräferenz und damit die Ernährung. So hätten Patienten weniger Verlangen nach Süßem, Softdrinks, Junkfood und Alkohol, während der Appetit auf Obst und Gemüse nicht beeinflusst wird. »Eigentlich ist es das, was wir wollen«, sagte Smollich. Dennoch handele es sich bei der Inkretinmimetika-Therapie um eine »iatrogene Mangelernährung«, da die Makro- und Mikronährstoffaufnahme sowie zum Teil auch die Flüssigkeitszufuhr deutlich reduziert sind.

»Eine ernährungstherapeutische Begleitung der Therapie ist daher unverzichtbar«, sagte der Ernährungswissenschaftler. Diese habe vier Ziele: akute unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung oder Sodbrennen zu reduzieren und darüber die Adhärenz zu steigern, den Nährstoffmangel zu verhindern, den Muskelabbau zu minimieren und das Absetzen des Arzneimittels vorzubereiten.

Um die gastrointestinalen Nebenwirkungen zu verringern, könne den Patienten geraten werden, langsam und in kleinen Portionen zu essen und sich beim Essen nicht ablenken zu lassen. Schwerverdauliche und fettreiche Lebensmittel sollten gemieden werden. Um einer Verstopfung vorzubeugen, sind ballaststoffreiche Nahrungsmittel und ausreichende Trinkmengen empfohlen. Dabei müsse auch mit einem Missverständnis aufgeräumt werden, betonte Smollich. Wenn man vor Therapiebeginn etwa 2 kg Lebensmittel pro Tag zu sich genommen habe und unter der Therapie nur noch eine Handvoll, dann sei ein Rückgang des Stuhlvolumens nicht überraschend – und nicht immer ein Zeichen von Verstopfung.

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