| Daniela Hüttemann |
| 18.09.2026 15:05 Uhr |
Diskutierten gemeinsam über die pDL »Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie«: Dr. Jelena Rosentreter, Nadja Maier,
Dr. Nina Griese-Mammen, Ulrike Nitschke und Dr. Doreen Kessner (von links) / © Avoxa/Expopharm
Im Jahr 2025 wurden insgesamt mehr als 900.000 pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) erbracht und auch abgerechnet. Doch nur 3227-mal war es die pDL »Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie«. »Das sind nur 0,4 Prozent, aber die Tendenz ist steigend«, berichtete Dr. Jelena Rosentreter, Fachapothekerin für Klinische Pharmazie und Onkologische Pharmazie aus Wiesbaden, bei einem Panel, unterstützt von Astra-Zeneca, bei der Expopharm in München. »Die Kolleginnen und Kollegen sind motiviert, aber da ist noch Luft nach oben.«
Woran liegt es? Wie bei den anderen pDL vermutlich wohl auch vor allem an Personal- und Zeitmangel. Bei der Beratung von Krebspatienten könnten jedoch auch mehr als bei anderen Erkrankungen eine Scheu aufgrund der Schwere der Erkrankung und eine vermeintlich fehlende Expertise für die überaus große Gruppe der oralen Krebsmittel sein. Diese Ängste sind jedoch unbegründet, versicherten die Diskutantinnen.
»Sie müssen nicht bei Null in der Beratung anfangen«, versicherte Rosentreter. Es gibt zahlreiche Arbeitshilfen, zum Beispiel einen Gesprächsleitfaden im pDL Campus der ABDA, die DGOP-Oralia-Datenbank oder Beratungshilfen des Ambora-Projekts. »Sie müssen nur einfach anfangen, das Vorhandene auch zu nutzen.«
Patient, Onkologe und Apotheker müssten gemeinsam für eine sichere und wirksame Therapie unter Beibehaltung hoher Lebensqualität arbeiten. Die Hämato-Onkologin Dr. Ulrike Nitschke aus Halle bestätigte: Gerade bei Diagnose und Therapiebeginn seien die Patienten oft überfordert von der Informationsflut. Natürlich klären die Onkologen über die korrekte Anwendung der Arzneimittel auf. Doch ein zweites Hören, mit genügend Zeit für Fragen und dem Ausräumen von Zweifeln an der Therapie, kann die Adhärenz immens verbessern.