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Apotheke und Arzt
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Mehr Miteinander, mehr Partnerschaft

Arzt und Apotheker müssen mehr zusammenarbeiten, um die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung auch künftig krisenfest sicherzustellen. Und sie müssen wegkommen vom »standespolitischen Säulendenken«, hieß es bei einer Diskussionsrunde der Stiftung Arzneimittelsicherheit.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 15.06.2026  16:15 Uhr
Mehr Miteinander, mehr Partnerschaft

»Die Apotheke der Zukunft wird ein hochkompetenter Partner im Gesundheitswesen sein, immer nah am Menschen und hoch digitalisiert«, betonte Franziska Scharpf, Präsidentin der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK), kürzlich bei einer Online-Diskussion zur Zukunft der Apotheke, die die Stiftung Arzneimittelsicherheit gemeinsam mit Health Care Bayern veranstaltete.

Es gehe um ein neues Verständnis von wohnortnaher Versorgung, betonte die Apothekerin. Prävention und Früherkennung sowie intensivere Begleitung der Arzneimitteltherapie gehören für sie dazu. Ziel sei immer die schnelle, niederschwellige und wohnortnahe Versorgung. Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) eröffne dafür viele Möglichkeiten, zum Beispiel die schnellere Versorgung bei unkomplizierten Akuterkrankungen im Notdienst, die Notfall-Dauermedikation sowie breitere Impf- und Beratungsangebote, betonte die BLAK-Präsidentin. »Die einzelnen Leistungen sollen nicht isoliert für sich stehen, sondern Teil einer gemeinsamen Versorgungsstrategie sein.«

Apotheker Lutz Boden, Geschäftsführer OTC-Markt bei Pharma Deutschland, bezeichnete das ApoVWG als »Startrampe« für starke Apotheken und das Gesundheitswesen der Zukunft. Die Frage, ob Apotheken eine Zukunft hätten, bejahte er ausdrücklich.

Sie seien essenziell für die Versorgung des Einzelnen, aber auch für die Resilienz und Finanzierbarkeit des gesamten Gesundheitssystems, betonte Boden. Eine niedrigschwellige Versorgung und Prävention könnten Raum schaffen für das GKV-System und stabile Beitragssätze. »Dieses System spart der GKV und dem Gesundheitswesen Geld.« Die Apotheke stehe im Zentrum der Versorgung als »Haus der Gesundheit« und als Vermittler und Partner aller Beteiligten.

Kein kleiner Arzt, sondern eine große Apothekerin

»Wie überzeugen Sie Ärzte, dass Apotheker ihnen nichts wegnehmen, sondern die Heilberufler sich ergänzen?«, fragte Moderatorin Professorin Ulrike Holzgrabe die Diskutanten.

Scharpf verwies auf die unterschiedlichen Perspektiven, mit denen die Heilberufler auf den Patienten schauen, und plädierte für eine bessere Vernetzung. Sie wolle »kein kleiner Arzt, sondern eine große Apothekerin« sein. »Wir ersetzen uns nicht, sondern ergänzen uns. Wir sollen uns als Gesundheitspartner präsentieren.«

Inzwischen frage sie in der Beratung immer öfter nach, woher Patienten eine Diagnose oder eine Empfehlung haben. Ihre Erfahrung: oft nicht vom Arzt, sondern aus dem Internet. »Hier müssen wir Kompetenz zeigen und Informationen sortieren und bewerten.«

Auch Boden ist dafür, Ressourcen zu bündeln, statt Rivalitäten zu pflegen. »Ärzte und Apotheker müssen wegkommen vom standespolitischen Säulendenken und miteinander kooperieren.« Er hoffe, dass das Apothekensterben bald gestoppt wird. Viele Praxen und Apotheken dürften nicht mehr verschwinden, um das System aufrechtzuerhalten, sagte er. Für Scharpf ist das auch wichtig, um das System krisenfest zu erhalten und die Versorgung freiberuflich sichern zu können.

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