| Christina Hohmann-Jeddi |
| 19.08.2026 12:30 Uhr |
Proteinsupplemente sind bei Jugendlichen, vor allem bei Fitnessstudio-Besuchern, sehr beliebt. / © Getty Images/Svetlana-Cherruty
Protein in Pudding, Shakes und Riegeln: Immer mehr Sportler erhöhen ihren Eiweißkonsum, um den Muskelaufbau zu fördern und die sportlichen Leistungen zu verbessern. Auch bei Jugendlichen sind diese Produkte beliebt. Einer australischen Analyse zufolge lag bereits 2017 der Anteil von jugendlichen Athleten, der Proteinsupplemente nutzte, bei 60 Prozent. Und einer US-amerikanischen Befragung von 2024 zufolge nehmen etwa 41 Prozent aller Teenager Proteinpräparate zu sich – 36 Prozent der Mädchen und 46 Prozent der Jungen. Doch ist der Konsum von Proteinsupplementen in dieser kritischen Lebensphase, in der sich Hormonhaushalt und Körperzusammensetzung erheblich verändern, eher nützlich oder schädlich?
Proteine sind wichtige Bausteine im Stoffwechsel von Muskeln, Knochen und Bindegewebe. Die Proteinzufuhr sollte bei gesunden Erwachsenen bei 0,8 g pro kg Körpergewicht pro Tag liegen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei Jugendlichen darf es etwas mehr sein: Zwischen 10 und 18 Jahren sollte die Proteinzufuhr bei täglich 0,9 g Eiweiß pro kg Körpergewicht betragen. Für ein 50 kg schweres Mädchen wären dies 45 g Protein pro Tag. Diese sind zum Beispiel schon in 150 g Hähnchenbrust, einer Scheibe Vollkornbrot und einem Ei enthalten oder bei veganer Ernährung in 200 g Tofu, 100 g gekochten Linsen und zwei Scheiben Vollkornbrot.
Sport erhöht den Proteinbedarf. Studien zufolge kann »eine gesteigerte Proteinzufuhr strukturelle und metabolische Adaptationen im Trainingsprozess fördern«, heißt es im Positionspapier »Proteinzufuhr im Sport« der DGE. Das gilt aber erst ab einem Trainingsvolumen von mehr als fünf Stunden pro Woche. Je nach Trainingsziel und Trainingszustand sollte die Zufuhr bei 1,2 bis 2 g pro kg KG pro Tag liegen. Sportlerinnen mit 50 kg sollten somit zwischen 60 und 100 g Protein pro Tag zu sich nehmen.
Das ist gut über die Ernährung möglich, zumindest bei Mischkost. Laut der letzten Nationalen Verzehrsstudie von 2007 liegt der durchschnittliche tatsächliche Verzehr von Protein bei Männern und Frauen in allen Altersgruppen (auch bei den 14- bis 18-Jährigen) über dem empfohlenen Wert. Die Daten sind allerdings veraltet, weshalb das Max-Rubner-Institut mit dem Nationalen Ernährungsmonitoring (Nemo) im April dieses Jahres eine neue bundesweite Erhebung gestartet hat.
Bei vegetarischer und veganer Ernährungsweise ist es schwieriger, die empfohlene Proteinaufnahme zu erreichen. Hier können vegane Proteinsupplemente hilfreich sein.