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Proteinsupplemente bei Jugendlichen
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Muskelaufbau mit Risiken

Proteinpulver und andere Supplemente sind bei Jugendlichen zum Muskelaufbau oder zur Gewichtsreduktion sehr beliebt. Doch wie ist der Trend zu bewerten? Lohnt das Geld, ist das nötig und wie sicher sind die Produkte?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 19.08.2026  12:30 Uhr
Risiken von Proteinsupplementen

Risiken von Proteinsupplementen

Ein Zuviel an Protein – über die Ernährung oder Supplemente – kann auf Dauer schädlich sein, informiert die DGE in ihrem Positionspapier. Denn anders als bei Kohlenhydraten oder Fetten muss beim Proteinstoffwechsel die Aminogruppe der Aminosäuren als Harnstoff entgiftet und über den Urin ausgeschieden werden. Bei hohen Proteinmengen könnte dies die Nieren überlasten, zumindest wenn schon eine Vorschädigung besteht oder die Trinkmenge nicht ausreicht.

Laut einer Publikation im »Journal of the American Society of Nephrology« können sehr hohe Proteinmengen zu einer intraglomerulären Hypertonie und darüber zu einer Hyperfiltration und Nierenschädigung führen. Ein solcher Stress für die Nieren könnte sich gerade bei Jugendlichen negativ auswirken, bei denen sich die Organe noch in der Entwicklung befinden.

Whey-Protein kann Akne begünstigen

Eine hohe Proteinaufnahme kann sich auch auf das Hautbild auswirken. So erhöht Studien zufolge der Konsum von Molkeprotein-Produkten (Whey) die Talgproduktion und das Ausmaß einer Akne vulgaris. Als Nebenwirkungen von Proteinsupplementen werden auch gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit und Diarrhö beschrieben.

Problematisch wird eine gesteigerte Proteinaufnahme auch, wenn sie die Zufuhr von anderen wichtigen Nährstoffen verdrängt. So könnte die Nutzung von Shakes beispielsweise dazu führen, dass Jugendliche weniger normale Mahlzeiten essen. Dadurch könnten etwa Ballaststoffe, Mikronährstoffe und gesunde Fette zu kurz kommen.

Kontaminationen und kritische Inhaltsstoffe

Proteinsupplemente wie Shakes und Riegel können zudem kritische Inhaltsstoffe enthalten. So haben die Supplemente zum Teil einen hohen Zucker- und Kaloriengehalt, der zu ungesunden Blutzuckerspitzen und entsprechend hoher Insulinausschüttung führen kann. Außerdem können Pulver Kontaminationen wie Schwermetalle oder undeklarierte Inhaltsstoffe enthalten, denn Nahrungsergänzungsmittel werden weniger streng überwacht als Arzneimittel. Nachgewiesen wurden erhöhte Mengen an Arsen, Blei und Cadmium, wobei pflanzliche Präparate stärker belastet waren als Molkepräparate.

Gerade für den Muskelaufbau beworbene Präparate sind zum Teil mit Anabolika und anderen dopingrelevanten Substanzen versetzt. Das zeigte beispielsweise eine Analyse der Deutschen Sporthochschule Köln. Von den in den Jahren 2021 bis 2024 untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln enthielten etwa 10 Prozent dopingrelevante Substanzen. Die Konzentrationen variierten dabei zwischen unbeabsichtigter Kontamination und absichtlicher Beimischung.

Fazit: Proteinsupplemente sind nicht grundsätzlich wirksamer als Protein aus Lebensmitteln und bei gesunder Ernährung meist überflüssig. Die Präparate können aber in verschiedenen Situationen hilfreich sein, etwa wenn Jugendliche nach anstrengendem Training nichts essen können, aufgrund von Appetitmangel oder hohem Trainingsumfang nicht genug Energie und Protein aufnehmen, vegan leben oder bestimmte Lebensmittel nicht vertragen. Dabei ist auf eine gesicherte Qualität der Produkte zu achten. Wird eine Aufnahme von 2 g Protein pro kg KG pro Tag nicht überschritten, ist auch die dauerhafte Anwendung von Proteinsupplementen von guter Qualität sicher.

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