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Pharmakotherapie der CED
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Da tut sich was!

Die Pharmakotherapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) befindet sich in einem grundsätzlichen Wandel. Innovative Therapien zielen nicht nur auf eine Schubreduktion, sondern auf die Mukosaheilung ab. Wie gelingt das?
AutorKontaktGerd Bendas
Datum 25.01.2026  08:00 Uhr

Wirkstoffe in der Pipeline

Eine Reihe von Wirkstoffkandidaten befindet sich in fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwicklung als neuartige Therapeutika zur Anwendung bei CED. Beispielhaft werden einige Entwicklungen kurz genannt.

Der monoklonale Antikörper Tulisokibart (neue Antikörper-Nomenklatur) ist gegen den Tumor-Nekrose-Faktor-like Ligand 1A (TL1A) gerichtet und wirkt als Checkpoint-Inhibitor, da so die Interaktion von TL1A mit dem Death Domain Receptor (DR3) im Immunsystem unterbunden wird. Der Antikörper wurde in Phase-II-Studien erfolgreich bei der CU getestet (18).

ABX46-Obefazimod (Abivax) ist ein niedermolekularer Wirkstoff, der erfolgreich in Phase-III-Studien zur Behandlung der CU entwickelt wird. Er vermittelt seine antiinflammatorische Wirksamkeit über die Bildung antientzündlicher microRNA.

Ein hochselektiver JAK1-Inhibitor (Ivarmacitinib, SHR0302) befindet sich in klinischer Entwicklung und Testung für verschiedene autoimmune Entzündungserkrankungen. In einer Phase-II-Studie (AMBER2) war er erfolgreich in der Therapie der CU (19).

Der oral wirksame Integrin(α4)-Adhäsionsinhibitor AJM300 (Carotegrast-Methyl) stellte in der Induktionstherapie der CU in einer Phase-III-Studie seine Wirksamkeit unter Beweis (20).

Weitere klinische Entwicklungen richten sich auf Methoden und Prinzipien, um die Heilung geschädigter Schleimhautbereiche, auch als postoperative Nachsorge, zu stärken. Zu den diversen Ansätzen zählen Stammzelltransplantationen, lokal wirksame (bioadhäsive) Systeme zur Freisetzung von Wachstumsfaktoren oder von Hydrogelbildnern zur Stabilisierung oder Simulation einer extrazellulären Matrix.

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