Für beide Erkrankungen liegen aktuelle therapeutische S3-Leitlinien vor: Colitis ulcerosa, Version 7.0 von November 2025 (4), sowie die Living guideline zur Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn (Version 4.1) – 2024 (5).
Ziel der Pharmakotherapie ist es, angepasst für die jeweiligen Patienten eine Remission der schubförmig auftretenden Beschwerden zu erreichen und diese möglichst lange zu erhalten. Zwar wird klassischerweise noch zwischen der Therapie zur Remissionsinduktion und der remissionserhaltenden Therapie unterschieden, jedoch gehen beide Formen zunehmend ineinander über. Längerfristig gesehen sollen die Verhinderung von Spätfolgen und operativen Eingriffen sowie die Senkung des Risikos für kolorektale Karzinome erreicht werden.
Aus pharmazeutischer Sicht gibt es vier unterschiedliche Mechanismen, um hemmend in den pathologischen Entzündungsfortgang einzugreifen:
Die orale Therapie mit 5-Aminosalicylsäure und Derivaten ist nach wie vor die Basis bei milden CED-Verläufen. / © Getty Images/ArtistGNDphotography
Während die ersten beiden Wirkprinzipien bei moderaten Erkrankungen auch bei einer Eskalationsstrategie Anwendung finden, werden die Wirkstoffe der zwei letztgenannten Prinzipien nach Versagen der Basistherapie und auch für steroidrefraktäre Patienten empfohlen. In den Leitlinien wird – mangels direkter Vergleichs- und Eskalationsstudien – dafür kein Wirkprinzip oder Wirkstoff priorisiert; vielmehr soll patientenindividuell ausgewählt werden. Im Unterschied zu früheren Leitlinien gibt es also bei den hochwirksamen Arzneistoffen keine klare Rangfolge eines Stufenschemas mehr!