Pharmazeutische Zeitung online

Nachgefragt

02.01.2012  12:45 Uhr

Was erwarten Sie im Jahr 2012?

»Ich blicke mit gemischten Gefühlen ins Jahr 2012. Durch die massiven Großhandelskürzungen wird der Druck auf die Apotheken definitiv noch mehr steigen. Als Inhaber einer Landapotheke ist für mich die wirtschaftliche Situation aber bereits heute schwierig, da die verordnenden Ärzte immer weniger werden und der OTC-Bereich die Verluste nicht ausgleichen kann. Mir ist bewusst, dass die gut 2500 Einwohner unseres Ortes und der näheren Umgebung für ihre Arzneimittelversorgung auf uns angewiesen sind. Aber ob ich unter diesen Umständen alle Serviceleistungen weiter aufrechterhalten kann, weiß ich nicht.«

Knut Hanika, Inhaber der Apotheke zum Kreuz, Drebkau (Brandenburg)

»Für uns Apotheker wird sich im neuen Jahr nicht viel verändern. Die Richtung ist klar: Alles soll immer billiger werden, trotzdem muss die Versorgung auf hohem Niveau stattfinden. Das passt nicht zusammen. Ich fände es gut, wenn wir wieder mehr Zeit für unsere Hauptaufgabe hätten, die sachkundige Beratung zu allen Fragen rund um das Arzneimittel. Und wenn dieser Sachverstand in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen und geschätzt würde. Eine bessere Außendarstellung der Apothekerschaft durch unsere Standesvertretung, das wäre mein größtes Anliegen.«

Dr. Annette Schimpke-Meier, Inhaberin der Paracelsus-Apotheke, Heidelberg

»Apotheker/in zu sein, war und ist eigentlich ein schöner Beruf. Von unseren Kunden erfahren wir auch viel positive Resonanz und Wertschätzung. Leider steht dies im krassen Gegensatz zu dem, was uns seit Jahren von der Politik entgegengebracht wird. Gerade wir jüngeren selbstständigen Apotheker/innen, die noch 20 bis 25 Berufsjahre vor sich haben, blicken mit Sorge auf das Jahr 2012. Bereits 2011 haben wir erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und die Situation wird sich 2012 noch deutlich verschärfen. Offensichtlich gehören Apotheken nicht zu dem förderungswürdigen Mittelstand, obwohl wir doch viele sozialpolitische Forderungen erfüllen: hohe Frauenquote, familienfreundliche Teilzeitstellen, flexible Arbeitszeiten, qualifizierte Ausbildung und für unsere Kunden viele kostenlose Serviceleistungen.«

Apothekerin Daniela Groß, Vier-Winde-Apotheke, Schwalbach

»Zum Jahresbeginn wechsle ich von der Krankenhauspharmazie zurück in die Offizinapotheke. Ich erhoffe mir – trotz AMNOG – Planungssicherheit über das Jahr 2012 hinaus und wünsche mir lebhaften Kundenkontakt mit vielen Beratungsmöglichkeiten. Es ist wichtig, dass wir in der Apotheke jederzeit kompetente Ansprechpartner in allen Arzneimittelfragen und zugleich Gesundheitsberater für die Kunden sind. Sehr gespannt bin ich auf die praktische Umsetzung der neuen Apothekenbetriebsordnung im Apothekenalltag. Eine Zunahme an Diskretion in der Beratung ist in jedem Fall wünschenswert, eine Pflichtberatung sicher nicht.«

Sandra Berendt, angestellte Apothekerin, Esslingen

»Für 2012 wünsche ich mir stabile politische Rahmenbedingungen für unsere Arbeit in der Apotheke. Ich hoffe, dass neben der sich ausweitenden Bürokratie immer noch genug Zeit für unsere eigentliche Aufgabe der Arzneimittelberatung bleibt und wir uns somit das Vertrauen unserer Kunden bewahren.«

Christian Winhausen, Filialleiter der Witzleben-Apotheke, Berlin

»So wie schon unzählige Pharmaziestudenten vor mir, erwarte ich für das Jahr 2012 möglichst erfolgreiche Prüfungen. Während unserer Studienzeit freuen wir uns über nur wenige Dinge mehr als über Scheine und bestandene Staatsexsamen. Für mich persönlich wünsche ich mir da natürlich ein positives Ergebnis im zweiten Examen. Und für den BPhD würde es mich freuen, wenn wir unter unseren Kommilitonen eine breitere Masse erreichen könnten, um so die Sorgen und Nöte noch besser an unsere Professoren und Standesvertreter weitergeben zu können. Dabei geht es mir konkret um den Abbau des studienbedingten Drucks und die Verbesserung der Ausbildung während des Praktischen Jahres.«

Daniel Mädler, BPhD-Präsident

»2012 wird für uns selbstständige Apotheker ein hartes Jahr mit weiteren Einbußen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik uns endlich unter die Arme greift und eine Anhebung unserer Vergütung beschließt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!«

Apotheker Peter Sandmann

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