Ein zweites Rettungsflugzeug ist auf dem Amsterdamer Flugplatz Schiphol gelandet. An Bord befand sich ein erkrankter Brite, der sich zuvor auf dem Kreuzfahrtschiff »Hondius« aufgehalten hatte. Der 56-jährige Mann weist Symptome des Hantavirus auf. Bei der Stewardess mit Symptomen handelt es sich um eine Flugbegleiterin des KLM-Fliegers, mit dem eine 69-jährige Patientin vom Kreuzfahrtschiff im April nach Hause fliegen wollte. / © Imago/ANP
Eine Stewardess, die im direkten Kontakt zu einer mit dem Hantavirus infizierten Frau stand, ist mit Krankheitssymptomen in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag mit.
Die Flugbegleiterin habe leichte Symptome und befinde sich in Isolation. Sie werde nun auf das Hantavirus getestet. Sie war in Johannesburg an Bord des KLM-Flugzeuges, auf dem für kurze Zeit auch eine Niederländerin war, die kurze Zeit später an dem Virus starb.
Diese 69-jährige Frau war an Bord des Kreuzfahrtschiffs »Hondius« gewesen, auf dem es Infektionsfälle gab, und wollte am 25. April in Johannesburg mit dem KLM-Flug nach Amsterdam zurückfliegen. Doch angesichts ihres schlechten Gesundheitszustandes hatte die Crew nach einem Bericht der KLM entschieden, sie nicht mitzunehmen. Die Frau musste demnach das Flugzeug verlassen. Sie starb einen Tag später in einem Krankenhaus. Zuvor war bereits ihr Mann an Bord der «Hondius» gestorben.
Die niederländischen Behörden haben Kontakt zu allen Passagieren an Bord der KLM-Maschine aufgenommen. Sie werden den Angaben zufolge regelmäßig kontrolliert.
Bei den beiden Kreuzfahrt-Passagieren, die nach einer Infektion mit einem Hantavirus von einer Atlantikkreuzfahrt nach Südafrika ausgeflogen wurden, wurde der Andes-Typ der Virengruppe festgestellt. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind möglich. »Für Passagiere, Besatzung und Kontaktpersonen bedeutet die Bestätigung der Andes-Variante vor allem, dass eine sorgfältige Kontaktpersonennachverfolgung, Symptomüberwachung und rasche Abklärung bei Beschwerden wichtig sind«, hatte Dr. Roland Schwarzer vom Institut für die Erforschung von HIV und AIDS-assoziierten Erkrankungen am Universitätsklinikum Essen gegenüber dem Science Media Center Deutschland erklärt.