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ARZNEISTOFFE

Macitentan|Opsumit®|17|2014

STOFFGRUPPE
17 Antihypertonika
WIRKSTOFF
Macitentan
FERTIGARZNEIMITTEL
Opsumit®
HERSTELLER

Actelion

MARKTEINFÜHRUNG (D)
02/2014
DARREICHUNGSFORM

10 mg Filmtabletten

Indikationen

Opsumit ist als Monotherapie oder in Kombination für die Langzeitbehandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) bei Erwachsenen mit funktioneller WHO-/NYHA-Klasse II bis III zugelassen.

Wirkmechanismus

Macitentan ist ein Endothelin (ET)-Rezeptor-Antagonist.


ET-1 und seine Rezeptoren (ETA und ETB) sind für eine Vielzahl von Effekten verantwortlich, zum Beispiel für Vasokonstriktion, Fibrose, Proliferation, Hypertrophie und Inflammation. Bei PAH ist das ET-System hochreguliert und an der vaskulären Hypertrophie und Organschädigung beteiligt. In humanen pulmonalen glatten Gefäßmuskelzellen hat Macitentan eine hohe Affinität zu den ET-Rezeptoren und eine anhaltende Rezeptorbindung gezeigt. Damit wird eine ET-vermittelte Aktivierung des Second-Messenger-Systems verhindert, die zu einer Vasokonstriktion und Proliferation der glatten Gefäßmuskelzellen führt. Das bewirkt eine Arterienerweiterung in der Lunge und somit eine Blutdrucksenkung.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis von Opsumit beträgt einmal täglich 10 mg. Die Einnahme kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Sie sollte jeden Tag etwa zur selben Zeit erfolgen. Die Filmtabletten dürfen nicht geteilt werden und werden im Ganzen mit Wasser eingenommen.

Wichtige Wechselwirkungen

Starke CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut können die Wirksamkeit von Macitentan reduzieren. Die Kombination sollte daher unterbleiben.


Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Clarithromycin und Ritonavir sollten unter Macitentan-Therapie nur mit Vorsicht zum Einsatz kommen.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Macitentan waren in der Zulassungsstudie Nasopharyngitis (14 Prozent), Kopfschmerzen (14 Prozent) und Anämie (13 Prozent).


Wie bei der Behandlung mit anderen ET-Rezeptor-Antagonisten war die Behandlung mit Macitentan in Studien mit einem Abfall der Hämoglobin-Konzentration verbunden. Der Arzt sollte daher auch regelmäßig diesen Wert bestimmen lassen und das Anämie-Risiko im Auge haben.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Schwere Leberfunktionsstörungen stellen eine Gegenanzeige dar. Bei Patienten mit mittlerer Leberfunktionsstörung gibt es zumindest keine Empfehlung für den Einsatz von Macitentan. Vor Behandlungsbeginn und regelmäßig während der Therapie sollte der Arzt die Leberenzyme bei den Patienten kontrollieren und auf Anzeichen einer Leberschädigung achten.

 

Eine Behandlung mit Macitentan bei Patienten mit schwerer Anämie wird nicht empfohlen. Gleiches gilt für den Einsatz bei Dialyse-Patienten. Bei Über-75-Jährigen sollte der Arzt Macitentan nur unter Vorsicht anwenden.

 

Opsumit ist bei Schwangeren und Stillenden sowie Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden, kontraindiziert. Grund sind teratogene und embryotoxische Eigenschaften aus tierexperimentellen Studien.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Basis für die Zulassung von Macitentan sind die Ergebnisse der bisher größten und längsten klinischen Studie in der Indikation PAH, der SERAPHIN-Studie. Die ereignisgesteuerte, placebokontrollierte, doppelblinde Multicenterstudie lief über dreieinhalb Jahre und umfasste 742 PAH-Patienten. Diese erhielten im Mittel 115 Wochen lang einmal täglich entweder 3 mg oder 10 mg Macitentan oder Placebo. Die Wirksamkeit wurde anhand verschiedener Indikatoren zur Erkrankungsprogression ermittelt. Als kombinierter primärer Endpunkt wurde die Zeit bis zum Auftreten des ersten Morbiditäts-/Mortalitäts-Ereignisses definiert. Begleitmedikation war erlaubt. So nahmen etwa zwei Drittel der teilnehmenden Patienten bei Studieneintritt PDE-5-Inhibitoren ein.


Die Auswertung der Studienergebnisse zeigte, dass Macitentan 10 mg das relative Risiko eines PAH-assoziierten Morbiditäts- oder Mortalitäts-Ereignisses reduzierte. Der primäre Endpunkt trat unter Placebo bei 46 Prozent der Patienten, unter Macitentan 3 mg bei 38 Prozent und unter Macitentan 10 mg bei 31 Prozent der Patienten ein.

Besonderheiten

Opsumit ist bei Temperaturen nicht über 30 °C zu lagern.

Opsumit ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Macitentan

Macitentan

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Macitentan.wrl

Weitere Hinweise

Opsumit ist bei Schwangeren und Stillenden sowie Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden, kontraindiziert. Grund sind teratogene und embryotoxische Eigenschaften aus tierexperimentellen Studien.

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Letzte Aktualisierung: 22.07.2016