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ARZNEISTOFFE

Eprosartan|Teveten®|17|1997

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STOFFGRUPPE
17 Antihypertonika
WIRKSTOFF
Eprosartan
FERTIGARZNEIMITTEL
Teveten®
HERSTELLER

Mylan Healthcare

MARKTEINFÜHRUNG (D)
07/1997
DARREICHUNGSFORM

mono 600 mg Filmtabletten

plus HCT 600/12,5 mg Filmtabletten

Indikationen

Teveten ist zugelassen zur Therapie der essentiellen Hypertonie.

Wirkmechanismus

Eprosartan ist nach Losartan und Valsartan der dritte Vertreter in der Gruppe der Angiotensin-II-(Typ 1)-Rezeptor-Antagonisten. Eprosartan ist mit den bisherigen AT-1-Antagonisten strukturverwandt und wie Valsartan eine Carbonsäure, liegt also im Gegensatz zu Losartan bereits in der aktiven Form vor.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt 600 mg Eprosartan täglich. Die maximale Blutdrucksenkung tritt zumeist nach zwei bis drei Wochen ein. Bei Patienten mit mittelschweren bis schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min) sollte die tägliche Dosis 600 mg nicht übersteigen. Die Einnahme von Eprosartan kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Wichtige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Teveten 600 mg mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m²) ist kontraindiziert. Die gleichzeitige Anwendung von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten, kaliumhaltigen Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln, die den Kaliumspiegel erhöhen (z. B. Heparin), können möglicherweise zu einem Anstieg des Serumkaliums führen.

 

Eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE- Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt, geht mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) einher. Bei gleichzeitiger Anwendung von Lithium und Eprosartan wird eine sorgfältige Kontrolle des Lithiumspiegels empfohlen.

 

Die gleichzeitige Anwendung von Eprosartan und NSAR kann das Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, und für eine Erhöhung des Serumkaliumspiegels, erhöhen. Das gilt insbesondere bei Patienten mit bereits beeinträchtigter Nierenfunktion. Bei kombinierter Gabe ist daher insbesondere bei älteren Patienten Vorsicht geboten.

 

Die kombinierte Anwendung von Losartan und dem NSAR Indometacin führte zu einer Verringerung der Wirksamkeit des Angiotensin-II-Rezeptor(Typ AT1)-Antagonisten; ein Klasseneffekt kann nicht ausgeschlossen werden. Eprosartan hemmt nicht CYP1A, CYP2A6, CYP2C9/8, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E und CYP3A.

Nebenwirkungen

Die unter der Therapie mit Eprosartan am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und unspezifische gastrointestinale Beschwerden, die bei circa 11 bzw. 8 % der Patienten auftreten.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Eprosartan ist bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert. Nicht angewendet werden darf Eprosartan bei Patienten mit hämodynamisch signifikanter bilateraler Nierenarterienstenose oder schwerer Stenose einer einzelnen funktionsfähigen Niere.

 

Ebenfalls kontraindiziert ist die gleichzeitige Anwendung von Teveten 600 mg mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m²).

 

Patientinnen im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester dürfen ebenfalls nicht mit Eprosartan behandelt werden.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Besonderheiten

Teveten mono Filmtabletten sind bei Temperaturen nicht über 25 °C zu lagern. Für Teveten plus HCT 600/12,5 mg Filmtabletten sind keine besonderen Lagerungsbedingungen einzuhalten.

Teveten ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Eprosartan

Eprosartan

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Eprosartan.wrl

Weitere Hinweise

Die Anwendung von Eprosartan im ersten Schwangerschaftstrimester wird nicht empfohlen. Im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist die Anwendung kontraindiziert. Auch während der Stillzeit wird die Anwendung von Eprosartan nicht empfohlen.

Letzte Aktualisierung: 18.04.2018