| Melanie Höhn |
| 25.10.2026 08:00 Uhr |
Die Delegierten auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) setzten im September ein deutliches Zeichen, dass die Apotheken vor Ort stärker in die Planung für den Ernstfall einbezogen und dafür auch finanziell unterstützt werden sollen. Zum DAT legte die ABDA der Bundesregierung mit einem Fünf-Punkte-Plan konkrete Forderungen vor. Eine Kernforderung betonte die Bedeutung der Apotheken für ein krisenfestes Gesundheitssystem. Lieferketten müssten stabilisiert und die Apotheken systematisch in die Krisenpläne einbezogen werden, so die ABDA. Dazu wiederum werde ein flächendeckendes Netz an öffentlichen Apotheken benötigt.
Seit Oktober 2025 beschäftigt sich die Arbeitsgruppe »Krisenvorsorge« der Bundesapothekerkammer (BAK) mit möglichen Krisenszenarien. Am 22. September 2026 wurde das Strategiepapier »Resiliente Gesundheitsversorgung durch Apotheken« durch den ABDA-Vorstand beschlossen. Beim BAK-Symposium »Deutschland im Krisenfall – welche Rolle übernehmen Apotheken?«, das vergangene Woche stattfand, wurde dieses Papier nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Expertinnen und Experten aus Politik, Apothekerschaft, Bundeswehr und Gesundheitswesen diskutierten über Vorsorge, Zusammenarbeit und notwendige Rahmenbedingungen für eine belastbare Gesundheitsversorgung im Krisenfall.
Maike Fedders, Leiterin der Arbeitsgruppe, präsentierte einen Acht-Punkte-Plan und damit konkrete Forderungen an die Politik. Ihre zentrale Botschaft lautet: »Resilienz braucht Apotheken. Eine resiliente Gesundheitsversorgung ist ohne leistungsfähige, flächendeckend erreichbare und krisenfest eingebundene Apotheken nicht denkbar.«

Unter anderem sollen Apotheken im Acht-Punkte-Plan als Erstkontakt-, Orientierungs- und Steuerungspunkt anerkannt werden. / © Imago Images/Zoonar II