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DAV-Vorsitzender Hubmann
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Welche Chancen die Reform bietet

Für die Apotheken war es ein ereignisreiches Jahr, das der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Hans-Peter Hubmann, bei der Expopharm-Eröffnung skizzierte. Die Lage sei besser als zuvor, gleichzeitig stehe die Apothekerschaft weiter vor Herausforderungen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 15.09.2026  10:15 Uhr

Hubmann: Erhöhung des Kassenabschlags reduzieren oder befristen

Die Gesundheitsreform bringt jedoch auch finanzielle Belastungen für die Apotheken. Hubmann verwies auf den mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz um 30 Cent auf 2,07 Euro erhöhten Kassenabschlag, den die Apotheken ab 1. Januar 2027 entrichten müssen. Dadurch werde die mit der Apothekenreform verbundene Vergütungserhöhung um gut ein Fünftel beziehungsweise rund 170 Millionen Euro pro Jahr geschmälert. »Wir fordern daher, die Anhebung des Abschlags deutlich zu reduzieren oder zumindest zeitlich zu befristen«, machte Hubmann deutlich.

Er kritisierte zudem die höheren Zuzahlungen für Arznei- und Hilfsmittel. Sie sorgten für Diskussionen in den Apotheken, da viele Patienten glaubten, die Mehreinnahmen kämen den Apotheken zugute. Problematisch seien zudem ausländische Versender, die teils mit dem Erlass der Zuzahlung werben. »Wir fordern daher von der Politik eine klare gesetzliche Pflicht zum Einzug der Zuzahlung, ein ausdrückliches Verbot des Zuzahlungsverzichts und ein Verbot der Werbung dafür sowie eine echte Beleihung der Paritätischen Stelle und vor allem die damit verbundene Staatshaftung«, so Hubmann.

Schutz vor TI-Ausfällen gefordert

Die Regelung im ApoVWG, die die persönliche Haftung der Mitglieder der Paritätischen Stelle ausschließe, verlagere die Problematik nur, anstatt sie zu lösen. »Hier darf es kein weiteres Abwarten und Zögern mehr geben. Dieser ungleiche Wettbewerb schadet der Versorgung vor Ort und damit den Menschen.«

Hubmann sieht auch in den erhöhten Herstellerrabatten ein Risiko: Zahlen Hersteller etwa wegen einer Insolvenz nicht, bleiben die Apotheken auf dem Schaden sitzen. Die Rabatte sollten deshalb direkt zwischen pharmazeutischen Unternehmen und Krankenkassen abgewickelt werden, wie es bei Rabattverträgen bereits praktiziert wird, forderte der DAV-Vorsitzende.

Dass die Digitalisierung voranschreitet und Apotheken diesbezüglich in vielen Bereichen gut aufgestellt seien, lobte Hubmann ausdrücklich. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit sei aber unabdingbar, die Abläufe in den Praxen und Apotheken vor Ausfällen wie zuletzt in der vergangenen Woche zu schützen. Er setzte klar auf Verbesserungen: »Wir erwarten, dass die Widerstandsfähigkeit und Ausfallsicherheit der Telematikinfrastruktur konsequent weiter gestärkt werden. Digitale Gesundheitsanwendungen müssen jederzeit verlässlich nutzbar sein.«

Die Apotheken stünden weiter vor Herausforderungen, zeigten sich aber bereit, die Zukunft aktiv mitzugestalten, schloss der DAV-Vorsitzende. Das Vertrauen zwischen Menschen werde weiter im Mittelpunkt stehen. »Genau dafür stehen die Apotheken in Deutschland. Und genau deshalb bin ich überzeugt: Die Apotheke vor Ort hat Zukunft.«

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