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Sport, Ernährung, Medikamente
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Was wirkt gegen biologisches Altern?

Die Frage, ob sich biologisches Altern gezielt verlangsamen lässt, ist längst von einem Randthema der Anti-Aging-Medizin in die biomedizinische Forschung gerückt. Eine aktuelle, prominent publizierte Analyse liefert nun Hinweise darauf, welche Interventionen tatsächlich messbare Veränderungen von Biomarkern des Alterns hervorrufen und welche bislang wenig überzeugen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 22.09.2026  16:20 Uhr

Ein Team um Dr. Raghav Sehgal vom Department of Psychiatry der Yale University School of Medicine in New Haven, USA, analysierte Daten aus 51 longitudinalen Interventionsstudien in der Datenbank »TranslAGE«, um Hinweise darauf zu bekommen, welche Interventionen das biologische Altern beeinflussen. Die Ergebnisse dieser Arbeit publizierte das Forschungsteam jetzt im Fachjournal »Nature Medicine«.

Die Forschenden analysierten 3128 Blutproben auf 16 etablierte epigenetische Uhren sowie 94 weitere DNA-Methylierungsmarker. Epigenetische Uhren erfassen charakteristische Veränderungen der DNA-Methylierung und sollen damit die Geschwindigkeit von Alterungsprozessen abbilden. Danach untersuchten sie, wie die Ergebnisse mit dem Lebensstil der Teilnehmenden zusammenhingen. Untersucht wurden vier große Gruppen von Interventionen: Ernährung und Bewegung, pharmakologische Behandlungen, Nahrungsergänzungsmittel sowie andere medizinische Verfahren.

Vor allem Medikamente, Ernährung und Sport zeigten Effekte

Vor allem Ernährung und Bewegung sowie einige Arzneimittel zeigten messbare Effekte auf Alterungsprozesse, während Nahrungsergänzungsmittel insgesamt wenig Wirkung erkennen ließen.

Im Mittel zeigten pharmakologische Interventionen wie Metformin, Semaglutid, Rapamycin und Anti-TNF-Therapien die stärksten Veränderungen der DNA-Methylierungsmarker in Richtung eines jüngeren epigenetischen Alters. Auch Lebensstilmaßnahmen waren statistisch mit einer Abnahme des epigenetischen Alters verbunden, allerdings mit geringerer Effektstärke. Nahrungsergänzungsmittel und andere medizinische Verfahren zeigten als Gruppen dagegen keinen signifikanten Effekt.

Besonders interessant ist der Vergleich verschiedener Ernährungskonzepte. Nicht eine einzelne vermeintliche Longevity-Diät stach bei der Analyse heraus. Vielmehr waren Kombinationen aus gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität sowie mediterrane, fettarme und kohlenhydratreduzierte Ernährungsmuster mit positiven Veränderungen epigenetischer Marker verbunden.

Für zwei unterschiedliche mediterrane Ernährungsinterventionen fanden die Wissenschaftler zudem vergleichbare Veränderungen derselben Gruppe von Alterungsmarkern, was als ein Hinweis auf Reproduzierbarkeit gewertet wurde.

Bei mehreren untersuchten Senolytika-Studien waren die Resultate dagegen uneinheitlich: Verschiedene epigenetische Uhren veränderten sich teilweise in entgegengesetzte Richtungen.

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