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Was muss die Apotheke der Zukunft können?

Wer führt künftig das Gesundheitsministerium?

Graalmann warf auch einen Blick in die Glaskugel, was die nächste mögliche Gesundheitsministerin oder den nächsten Gesundheitsminister auf Bundesebene angeht. In seinen Augen wolle die FDP diesen Posten auf gar keinen Fall, die SPD beanspruche traditionsgemäß das Arbeits- und Sozialministerium, deshalb könnte es gut sein, dass die Grünen das Gesundheitsministerium erhalten werden, so Graalmann. Damit könnte Maria Klein-Schmeink die nächste Bundesgesundheitsministerin werden, prognostiziert der Gesundheitspolitikexperte. Diese Wahl wäre auch nicht die schlechteste, schätzt er. Klein-Schmeink verhandelt derzeit für die Grünen federführend die Ampel-Koalitionsverhandlungen im Bereich Gesundheit. Die Gespräche in den Arbeitsgruppen laufen seit Mittwoch und sollen am 10. November beendet sein.

Den langjährige Krankenkassen-Experte beschäftigt auch den großen, finanziellen Defizit, den die Kassen für nächstes Jahr prognostiziert haben. »Es braucht eine große, strukturelle Reform, um diesem Defizit entgegenzuwirken«, prognostiziert er. Die letzte große Reform dieser Art war das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), so Graalmann. Bezüglich eines künftigen Ampel-Koalitionspapieres geht er davon aus, dass SPD, Grüne und FDP verstärkt auf dezentrale, kommunale Gesundheitszentren mit großer Bürgernähe setzen. »Meine Hoffnung ist, dass sich die Politik nicht auf die einzelnen Sektoren fokussiert, sondern dass die Sache aus Patientensicht angeschaut wird«, so Graalmann. Zudem geht er davon aus, dass die Apotheken nicht im kommenden Koalitionsvertrag auftauchen werden. Das sollte die Pharmazeuten aber nicht davon abhalten sich zu überlegen, welche Rolle sie unter anderen bei den künftigen regionalen Gesundheitszentren spielen könnten.

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