| Alexandra Amanatidou |
| 24.07.2026 15:10 Uhr |
Aus Sicht des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kann es dem »Pharmadialog nur nutzen«, dass die bisher zuständige Ministerin nun im Kanzleramt sitzen wird. »Wir würden uns wünschen, dass auch andere Ministerien, allen voran die Spitze des Wirtschaftsministeriums viel aktiver an diesem Dialog teilnehmen würden«, so ein Sprecher des Verbands gegenüber der PZ.
Auf die Zusammenarbeit sowohl mit Linnemann als Gesundheitsminister als auch mit Warken als Kanzleramtschefin freut sich der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Auf Anfrage der PZ erklärte der vfa, dass »jetzt der Zeitpunkt für eine politische Neuausrichtung« sei.
Ein gutes Zeichen für die Branche könne darin bestehen, dass der Kanzler bei der Ankündigung seines Postenwechsels die Bedeutung des Gesundheitssektors für die Wirtschaft des Landes hervorhob und dabei auch die Pharmaindustrie erwähnte.
Grund für die Umstrukturierungen ist der Rücktritt von Jens Spahn. Der CDU-Politiker und sein Mann hatten bekannt gegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn zur Welt. Spahn war von 2018 bis 2021 Bundesgesundheitsminister – in seinen Zuständigkeitsbereich fiel damit das Embryonenschutzgesetz, in dem das Verbot von Leihmutterschaften geregelt ist. In der Union brach ein Sturm der Empörung los, der vor einer Woche zu Spahns Rücktritt als Unionsfraktionschef führte und eine Debatte über Leihmutterschaft in Deutschland startete.