Pharmazeutische Zeitung online
SARS-CoV-2
Was das Infektionsrisiko wirklich senkt

Viel Luft, Wasser und Seife

Raumgröße und Belüftung beeinflussen deutlich das Infektionsrisiko. »Lüften bringt viel, aber weniger als ein großer Raum.« Das Infektionsrisiko steige mit der Expositionsdauer – auch bei sehr guter Lüftungssituation. Am günstigsten sei eine Expositionsdauer unter 15 Minuten. Es gebe Apps, die das Infektionsrisiko in Abhängigkeit von Raumgröße, Expositionszeit und Personenzahl berechnen.

Raumlufttechnische Anlagen mit hohem Frischluftanteil oder HEPA-Filtration könnten die Situation verbessern. Unsinnig seien Klimaanlagen mit Umluft und mobile Luftreiniger, die meist zu wenig Luftvolumen bereitstellen. »Bei vielen Geräten ist das Geld falsch investiert.« Verfahren, die Viren mittels UV-C-Strahlung abtöten, sind nur einsetzbar, wenn niemand im Raum ist.

Für die Händehygiene reichten Wasser und Seife im Allgemeinen völlig aus; unterwegs könne man alkoholische Händedesinfektionsmittel benutzen. Deren Domäne liege im Gesundheitswesen und im Krankenhaus.

Unklar bleibt, ob Gurgeln vor Corona schützt

Zurückhaltend zeigte sich die Hygiene-Fachfrau bezüglich antiseptischer Mundspüllösungen. Zwar sind Substanzen wie Chlorhexidin, Octenidin, Povidon-Iod oder Ethanol wirksam gegen behüllte Viren, zu den SARS-CoV-2 gehört. Doch es sei fraglich, wie gut das in vivo funktioniert, und auch Nebenwirkungen seien zu beachten.

Zudem zeige keine Studie, wie oft man gurgeln muss, zum Beispiel einmal pro Tag oder alle drei Stunden. »Einmal täglich Gurgeln ist vermutlich problemlos, aber man weiß nicht, ob das sinnvoll ist. Dazu brauchen wir weitere Untersuchungen.« Positive Effekte – sofern nachweisbar – seien vermutlich nicht besonders groß. 

Was sollte nach Covid-19 bleiben? Gastmeier empfahl: Abstand halten und Maske tragen, wenn man eine Atemweginfektion hat; Lüften, denn dies hat auch positive Effekte auf die CO2-Konzentration im Raum; weniger Händeschütteln und mehr Hände waschen.

Seite<12

Mehr von Avoxa