| Cornelia Dölger |
| 13.08.2026 16:15 Uhr |
Dass mit der Apothekenreform das Honorar nach 13 Jahren endlich angehoben wurde, begrüßte Seyfarth. Die 9,50 Euro seien »ein notwendiger Schritt« – allerdings keine langfristige Lösung. Unabdingbar sei die dauerhafte Dynamisierung der Vergütung. Eine Verhandlungslösung ist mit der Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen vorgesehen, diese muss als letzter Teil der Apothekenreform aber noch in Kraft gesetzt werden.
Mit der Reform haben Apotheken mehr Aufgaben und Kompetenzen bekommen. Diese gelte es, als Chancen in die Betriebe zu bringen, rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen und sie angemessen zu vergüten.
Ein Wermutstropfen im Reformdickicht ist für die Apotheken der um 30 Cent von 1,77 auf 2,07 Euro erhöhte Kassenabschlag ab 2027. Die Erhöhung ist im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verankert. Der HAV stellt sich entschieden gegen die Anhebung; damit würden rund 22 Prozent der zugesagten Fixumserhöhung wieder abgeschöpft.
Seyfarth bezeichnete den Schritt als »politischen Taschenspielertrick«. Der HAV hatte den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) unlängst aufgefordert, die Erhöhung zurückzunehmen oder wenigstens zeitlich zu befristen.
Bei immer schmaleren Margen berge eine erneute Kürzung eine riskante Tendenz, so Seyfarth. Der Durchschnittsumsatz pro Apotheke lag demnach 2025 bei 4 Millionen Euro, fast zwei Drittel der Apotheken lägen aber unter diesem Schnitt. Das durchschnittliche Betriebsergebnis lag demnach bei 168.000 Euro. Jede dritte liege zudem unter 100.000 Euro Betriebsergebnis, 7 Prozent schrieben rote Zahlen.
Schlechte Perspektiven für den Nachwuchs machten das System brüchiger – das ApoVWG sollte seinem Namen gerecht werden und etwa nach einem Jahr evaluiert werden, forderte Seyfarth. »Viel bewegt – jedoch noch nicht genug«, bilanzierte Seyfarth. Nach wie vor halte das Apothekensterben an, die wirtschaftliche Basis bleibe fragil. »Die 9,50 Euro werden große Teile der Apothekerschaft nicht retten«, warnte er.