Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hautkrebs
-
Screening vor allem bei Risikogruppen sinnvoll

Das Hautkrebsscreening steht auf dem Prüfstand – zu gering seien die Vorteile für die Prävention. Eine Dermatologin spricht sich für das Screening aus, doch stärker auf Risikogruppen konzentriert.
AutorKontaktLina Müller
Datum 30.09.2026  16:20 Uhr
Screening vor allem bei Risikogruppen sinnvoll

Jeder ab 35 Jahren kann sich alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen lassen. Ob das die Krankenkassen auch in Zukunft bezahlen, ist unklar. Der Gemeinsame Bundesausschuss überprüft derzeit die Vorsorgeuntersuchung. Professorin Dr. Carola Berking ist dagegen, das Screening vollständig abzuschaffen. »Wir setzen uns für ein risikoadaptiertes Screening ein«, sagte sie bei einem Online-Vortrag der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Diese veranstalteten vom 21. bis 27. September die Nationale Krebspräventionswoche.

»Ich erkenne an, dass wir es tatsächlich nicht durch das Programm geschafft haben, die Todesfälle durch Hautkrebs zu reduzieren«, erklärt Berking. Laut ihr sind dieses Jahr etwa 355.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs prognostiziert. Knapp ein Siebtel davon sind Melanome (schwarzer Hautkrebs). Die Mortalität liegt bei ihnen deutlich höher als bei weißem Hautkrebs. So sterben in Deutschland »allein 3000 an Melanomen und noch mal etwa 1000 an hellem Hautkrebs pro Jahr«.

Weniger Narben und Klinikaufenthalte durch Screening

Berking befürwortet das Hautkrebs-Screening. Bösartige Veränderungen werden so häufig bereits in einem frühen Stadium entdeckt. Für viele sei das segensreich: Sie hätten weniger starke Narben oder sparten sich den stationären Aufenthalt. Auch das Bewusstsein, sich vor UV-Strahlen zu schützen, könne durch das Hautkrebs-Screening gestärkt werden. »Ich sehe es also mit Sorge, wenn jetzt nur aufgrund dieses einen Datenpunkts »Todesfall« das Screening gestrichen wird«, sagt Berking. Sie sehe einen ganzen Rattenschwanz schwieriger Behandlungen folgen.

Ein weiterer Vorteil ist laut Berking, dass das Hautkrebs-Screening recht einfach und relativ günstig ist. Erkenntnisse gewinne man dabei viele. »Wir verfolgen jetzt das Ziel, dass es bleibt, aber vielleicht konzentrierter auf die Risikopopulationen«, sagt sie. Von den 30 Prozent, die das Screening überhaupt beanspruchen, seien viele eben keine Risikopatienten, so Berking.

Mehr von Avoxa